AMB-Gruppe bleibt in der Gewinnzone
Wie der drittgrößte Erstversicherungskonzern Deutschlands mitteilt, wurde in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres ein Konzernergebnis von 77 Mio. Euro vor Steuern beziehungsweise 5 Mio. Euro nach Steuern erzielt. Wie in der Branche insgesamt, führten die wirtschaftlich depressive Stimmung und der Verfall an den Kapitalmärkten auch bei der AMB zu großen Einbrüchen bei den Erträgen aus Kapitalanlagen. Unabhängig von eventuellen Erholungseffekten im laufenden Quartal gehen wir daher davon aus, unser gutes Vorjahresergebnis deutlich zu verfehlen. Basierend auf dem derzeitigen Erkenntnisstand erwarten wir aber, ein positives Resultat zu erreichen.
Obwohl die Entwicklung an den Aktienmärkten schlecht war, hat die AMB-Gruppe ihre starke Position im deutschen Versicherungsmarkt in den ersten neun Monaten dieses Jahres unterstrichen: Die Gesamtbeiträge über alle Sparten stiegen in diesem Zeitraum um 4,3 % auf 8 768 Mio. Euro. Bereinigt - gemäß US-GAAP ohne Sparanteile aus dem "Riester-Geschäft" - ergab sich ein Prämienanstieg von 3,7 % auf 8 721 Mio. Euro.
Ein entscheidender Erfolgsfaktor für die AMB-Gruppe war dabei, neben den eigenen Stammorganisationen, erneut die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) mit ihrer außerordentlichen Vertriebskraft. Die Kooperation mit dem Bankpartner Commerzbank entwickelte sich positiv.
Der AMB-Konzern mit seinen starken Unternehmen, seiner Marken- und Vertriebswegevielfalt und seiner hohen Präsenz im Markt hat alle Voraussetzungen, die momentane Krise der Wirtschaft und insbesondere der Finanzdienstleistungsbranche gut zu meistern. Zur AMB-Gruppe gehören die Gesellschaften Aachener und Münchener, Volksfürsorge, Thuringia, Generali Lloyd, CosmosDirekt, Central Krankenversicherung, AdvoCard, Dialog, Deutsche Bausparkasse Badenia sowie die Fondsgesellschaft AM Generali Invest.
In der angespannten gesamtwirtschaftlichen Lage warnt die AMB-Gruppe davor, die Verbraucher durch weitere Steuer- und Abgabenerhöhungen sowie Bürokratisierung zu belasten. Die Bürger brauchen finanzielle Spielräume für die dringend notwendige private Alters- und Risikovorsorge. Abschottungsversuche z.B. zu Lasten der privaten Krankenversicherung sind ebenso schädlich wie Debatten über eine Versteuerung der Erträge aus Lebensversicherungen.
Lebensversicherung
Die Lebensversicherer des AMB-Verbundes bewiesen in dem sehr schwierigen Marktumfeld ihre Stärke: Im Bereich Leben stiegen die Gesamtbeiträge in den neun Monaten dieses Jahres um 4,9 % auf 4 927 Mio. Euro. Zieht man die Sparanteile der Beiträge im "Riester-Geschäft" gemäß US-GAAP ab, so erhöhten sich die Brutto-Beiträge um 3,9 % auf 4 880 Mio. Euro. Die laufenden Beiträge nahmen um 4,9 % auf 4 548 Mio. Euro zu.
Die spürbare Zurückhaltung der Kunden reduzierte das eingelöste Neugeschäft im Berichtszeitraum um 12,6 % auf 927 Mio. Euro. Große Erfolge erzielte der Konzern mit über 500 000 abgeschlossenen "Riester-Policen". Damit liegt die AMB in der Spitzengruppe aller Anbieter.
Die erheblichen Kursverluste an den Aktienmärkten führten zu dramatischen Einbußen bei den Kapitalerträgen auf ./. 224 (Vorjahr: 1 491) Mio. Euro. Dies beeinflusste auch die Rückstellungen für Beitragsrückerstattung und ließ die gesamten Leistungen von 4 866 Mio. Euro auf 3 536 Mio. Euro zurückgehen. Diese schwierige Kapitalmarktsituation prägte das Ergebnis im Bereich Leben: Vor Steuern betrug das operative Konzernergebnis 2 (Vorjahr: 124) Mio. Euro, nach Steuern sank es auf ./. 94 (Vorjahr: 64) Mio. Euro.
Krankenversicherung
Eine erfreuliche Entwicklung beim Neugeschäft erzielte die Central Krankenver-sicherung. Hier stiegen die gebuchten Brutto-Beiträge insgesamt um 5,8 % auf 932 Mio. Euro.
Allerdings führten höhere Kosten im Gesundheitswesen auch zu einem Anstieg der Schadenquote auf 61,0 (Vorjahr: 58,3) % .
Infolge der enttäuschenden Börsensituation sank auch in diesem Bereich das Ergebnis nach Steuern von 21 Mio. Euro im Vorjahr auf ./. 4 Mio. Euro.
Schaden- und Unfallversicherung
Auch in der Schaden- und Unfallversicherung verzeichnete die AMB-Gruppe einen beachtlichen Anstieg der Brutto-Beiträge. Insbesondere das erfolgreiche Neugeschäft und die Tarifanpassung in der Kraftfahrtversicherung führten zu einem Anstieg um 3,5 % auf 3 194 Mio. Euro. Sturm, Hagel und vor allem die große Flutkatastrophe führten zu einer Mehrbelastung von rund 80 Mio. Euro. Die Leistungen stiegen um 10,1 % auf 1 776 Mio. Euro. Entsprechend stieg die Combined Ratio auf 103,2 %. Aufgrund der genannten Sondereinflüsse wird die Combined Ratio voraussichtlich auch zum Jahresende über den ursprünglichen Erwartungen liegen.
Beeinflusst durch steuerfreie Veräußerungsgewinne aus Aktien konnte in diesem Segment ein Überschuss nach Steuern von 177 (Vorjahr: 226) Mio. Euro erzielt werden.
Finanzdienstleistungen
Im Bereich Finanzdienstleistungen spielt nach wie vor das Bauspargeschäft eine besondere Rolle. Mit einer Steigerung des Netto-Neugeschäfts um 12,2 % auf 2 463 Mio. Euro und der Erhöhung der Anzahl neu abgeschlossener Verträge um 14,3 % lag die Deutsche Bausparkasse Badenia deutlich über dem Marktdurchschnitt.
Die Kapitalanlagegesellschaft des AMB-Verbundes, die AM Generali Invest, verzeichnete trotz des schwierigen Marktumfeldes ein Wachstum bei den geführten Kundendepots um 19 % auf rund 71 000. Dagegen ging das verwaltete Fondsvermögen bedingt durch die negative Kapitalmarktentwicklung auf 4,7 (Vorjahr: 5,4) Mrd. Euro zurück.
Unverändert niedrige Zinsen, eine entfallene vorjährige Sonderausschüttung sowie eine deutlich erhöhte Risikovorsorge im Kredit-geschäft führten zu einem Rückgang der Erträge aus Kapitalanlagen um 26,3 % auf 138 Mio. Euro. Entsprechend fiel das Konzernergebnis im Segment Finanzdienst-leistungen von 5 Mio. Euro im Vorjahr auf ./.1 Mio. Euro.
Konzernergebnis
Die dramatischen Einbrüche an den Aktienmärkten sind - wie angesprochen - auch bei der AMB nicht ohne gravierende Folgen geblieben. Hieraus resultierten bei der AMB erhebliche gestiegene Abgangsverluste sowie beträchtlich verringerte Abgangsgewinne aus Kapitalanlagen und massive Abschreibungen auf die Aktienbestände, die zu einem Rückgang der Erträge (netto) aus Kapitalanlagen auf 214 (Vorjahr: 2 118) Mio. Euro führten. Das operative Konzernergebnis vor Steuern verminderte sich dadurch auf 77 (Vorjahr: 430) Mio. Euro. Da Verluste aus dem Abgang sowie Abschreibungen auf Aktien nicht mehr steuerlich abzugsfähig sind, sank das Konzernergebnis nach Steuern auf 5 (Vorjahr: 234) Mio. Euro.
Ausblick auf das Geschäftsergebnis 2002 insgesamt
Für das gesamte Geschäftsjahr 2002 rechnet die AMB-Gruppe mit einem Beitragswachstum von rund 4 %. Die allgemeinen Unsicherheiten über die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland, die sich auch in den Berichten der Wirtschaftssachverständigen und der Forschungsinstitute niederschlagen, lassen detaillierte Prognosen derzeit nicht zu. Wir müssen davon ausgehen, das gute Konzernergebnis des Vorjahres deutlich zu verfehlen. Basierend auf dem derzeitigen Erkenntnisstand erwarten wir aber, ein positives Resultat zu erreichen.
Den kompletten Konzernbericht 1.-3. Quartal 2002 finden Sie im Internet unter www.amb.de, Rubrik: Aktie & Börse, Zwischenbericht.
Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG
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