AMB-Gruppe weiter auf Wachstumskurs
Hierbei ist zu berücksichtigen, dass sich die planmäßige Reduzierung des Einmalbeitragsgeschäfts der Generali Lloyd Lebensversicherung (GLL) und die Bestandssanierungsmaßnahmen bei der Generali Lloyd Versicherung (GLV) dämpfend auf das Wachstum auswirkten. Unter Außerachtlassung aller im vergangenen Jahr hinzugekommenen Gesellschaften ergibt sich für den Alt-Konzern ein Prämienanstieg um 6,9 %. An dieser sehr erfreulichen Entwicklung hatte der größte Vertriebspartner der AMB-Gruppe, die Deutsche Vermögensberatung AG DVAG, einen wesentlichen Anteil.
Einschließlich des planmäßig weiter reduzierten in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäfts lagen die gesamten Beitragseinnahmen bei 5,8 Mrd. Euro. Von diesem Gesamtbetrag entfielen 3,1 Mrd. Euro - das sind 2,4 % mehr als im Jahr zuvor - auf die Lebensversicherer der Gruppe. Dieses moderate Wachstum ist ausschließlich eine Folge der bereits erwähnten Reduzierung von Lebensversicherungsgeschäft gegen Einmalbeitrag bei der GLL. Im Krankenversicherungsgeschäft wuchsen die Beiträge um 6,0 % auf 584 Mio. Euro. Die Schaden- und Unfallversicherer erzielten im selbst abgeschlossenen Geschäft eine Prämiensteigerung um 4,2 % auf 2,0 Mrd. Euro. Hier wirkte sich die Sanierung der GLV ebenfalls dämpfend auf das Wachstum aus.
Die Entwicklung der Kapitalerträge war stark durch die angespannte Börsensituation im Berichtszeitraum einerseits und sprunghaft gestiegene Erträge aus der Veräußerung von Technologiewerten in den ersten sechs Monaten des Vorjahres andererseits beeinträchtigt.
Obwohl sich die laufenden Kapitalerträge um 9,3 % auf 1,9 Mrd. Euro erhöhten, sanken infolge realisierter und unrealisierter Verluste die Netto-Erträge aus Kapitalanlagen von 2,5 Mrd. Euro im Vorjahr auf 1,7 Mrd. Euro im Berichtsjahr.
Aufgrund geringerer Zuführungen zur Deckungsrückstellung und zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung verminderten sich die Leistungen um 9,6 % auf 5,2 Mrd. Euro. Von den gesamten Leistungen entfielen 3,6 Mrd. Euro auf die Lebensversicherung, 542 Mio. Euro auf die Krankenversicherung und 1,0 Mrd. Euro auf die Schaden- und Unfallversicherung. Die Kostenquote erhöhte sich aufgrund von Sondereinflüssen im Segment Lebensversicherung auf 20,6 % gegenüber 18,7 % im Vorjahr.
Einschließlich der Kapitalanlagen aus der Fondsgebundenen Lebensversicherung belief sich der gesamte Kapitalanlagebestand am 30.6.2001 auf 69,3 Mrd. Euro. Gegenüber dem Stand zum Jahresende 2000 bedeutet dies eine Steigerung um 1,0 %. Die "Assets unter Management" lagen zum Ende des Berichtszeitraums bei 70,9 Mrd. Euro.
Da in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres nicht in gleichem Umfang wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum Kursgewinne realisiert wurden, sank das Konzernergebnis vor Steuern von 402 Mio. Euro auf 274 Mio. Euro. Dieser Betrag ist jedoch aufgrund der hohen Gewinne aus dem Verkauf von Technologiewerten im 1. Halbjahr 2000 mit dem Vorjahreswert nicht vergleichbar. Nach Abzug von Steuern und Anteilen Dritter in Höhe von 120 Mio. Euro verbleibt ein - ebenfalls durch die zuvor beschriebene Entwicklung - um 7,1 % reduzierter Halbjahresüberschuss von 154 Mio. Euro. Legt man dementsprechend den aussagefähigeren Halbjahresüberschuss des Jahres 1999 von 111 Mio. Euro zugrunde, so ergibt sich über zwei Jahre eine Gewinnsteigerung nach Bereinigung um Sondereffekte von 38,1 %.
Segment Lebens- und Krankenversicherung
Leben
Mit einer Steigerung des eingelösten Neugeschäfts in laufenden Jahresbeiträgen um 26,2 % auf 511 Mio. Euro konnten sich die Lebensversicherer der AMB-Gruppe erneut positiv von den Branchenerwartungen in Höhe von 11,1 % (GDV-Schätzung Januar - Mai 2001) absetzen. Unter Berücksichtigung der Versicherungen gegen Einmalbeitrag verringerte sich - bedingt durch die planmäßige Rückführung dieses Geschäfts bei der GLL - das gesamte Neugeschäft jedoch um 2,8 % auf 695 Mio. Euro. Der Versicherungsbestand erhöhte sich von 227,5 Mrd. Euro im Vorjahr auf 251,6 Mrd. Euro zum 30.6.2001.
Auch die Beitragsentwicklung ist durch die Verminderung des Einmalbeitragsgeschäfts geprägt. Während die laufenden gebuchten Beiträge um 5,7 % stiegen, verringerten sich die Einmalbeiträge planmäßig um 24,2 %. Insgesamt erhöhten sich die gebuchten Beiträge um 2,4 % auf 3,1 Mrd. Euro. Unter Außerachtlassung des Einflusses der Generali Gesellschaften betrug das Wachstum im Alt-Konzern 6,6 %.
Aufgrund der angespannten Börsensituation und der Konsequenzen aus der Einbeziehung der Spezialfonds in den Konsolidierungskreis verminderten sich die Netto-Erträge aus Kapitalanlagen um 30,8 % auf 1,3 Mrd. Euro. Die darin enthaltenen laufenden Erträge nahmen um 8,4 % auf 1,4 Mrd. Euro zu.
Bedingt durch geringere Zuführungen zur Deckungsrückstellung der Fondsgebundenen Lebensversicherung und zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung verringerten sich die Leistungen um 13,3 % auf 3,6 Mrd. Euro. Die Kostenquote erhöhte sich infolge einer Aktualisierung der Berechnungsparameter und des beschleunigten Abschreibungsverlaufs der aktivierten Abschlusskosten in der Fondsgebundenen Lebensversicherung auf 17,3 % gegenüber 13,7 % im Vorjahr.
Der Halbjahresüberschuss in diesem Teilsegment verminderte sich auf 50 Mio. Euro (Vorjahr: 61 Mio. Euro). Gegenüber dem aussagefähigeren Vergleichszeitraum 1. Halbjahr 1999 ergab sich jedoch eine Ergebnisverbesserung von 54,1 %.
Kranken
In der Krankenversicherung stiegen die gebuchten Brutto-Beiträge gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,0 % auf 584 Mio. Euro. Die gesamten Netto-Erträge aus Kapitalanlagen verminderten sich aufgrund der rückläufigen Aktienkursentwicklung von 131 Mio. Euro im Vorjahr auf 77 Mio. Euro, wobei die laufenden Erträge von 78 Mio. Euro auf 86 Mio. Euro zunahmen.
Die Schadenquote sank von 60,7 % auf 59,0 %. Die Leistungen blieben auf Vorjahresniveau. Gleichzeitig ging die Kostenquote von 14,0 % auf 11,9 % zurück. Das Konzernergebnis in diesem Teilsegment verzeichnet einen Anstieg um 18,1 % auf 24 Mio. Euro. Ursächlich hierfür ist die in 2001 wirksam gewordene Steuerreform.
Segment Schaden- und Unfallversicherung
Im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft erwirtschafteten die Schaden- und Unfallversicherer der AMB-Gruppe einen Beitragszuwachs um 4,2 % auf 2,0 Mrd. Euro. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich die Sanierung der GLV dämpfend auf das Prämienwachstum auswirkte. Für den früheren Konsolidierungskreis ergibt sich ein Beitragsanstieg von 7,6 %. Einschließlich der Beiträge aus dem in Rückdeckung übernommenen Geschäft, das planmäßig reduziert wird, ergab sich ein Gesamtwachstum von 2,7 % auf 2,3 Mrd. Euro.
Die Netto-Erträge aus Kapitalanlagen verzeichneten aufgrund geringerer Abgangsgewinne einen Rückgang um 7,4 % auf 386 Mio. Euro. Die darin enthaltenen laufenden Erträge erhöhten sich um 12,1 % auf 344 Mio. Euro.
Ursächlich für den Anstieg der Schadenquote von 67,9 % auf 69,5 % waren u.a. vermehrte Großschäden sowie die Sanierung der GLV. Demgegenüber sank die Kostenquote auf 30,3 % gegenüber 30,5 % im Vorjahr. Der Halbjahresüberschuss stieg infolge niedrigerer Steuern auf 153 Mio. Euro (Vorjahr: 150 Mio. Euro).
Segment Finanzdienstleistungen
Die Entwicklung der AM Generali Invest Kapitalanlagegesellschaft mbH war auch im 1. Halbjahr 2001 sehr erfreulich. Sie verwaltete am 30.6.2001 insgesamt ein aus Publikums- und Spezialfonds bestehendes Vermögen von mehr als 5,2 Mrd. Euro.
Infolge der schwierigen Situation im Bausparsektor ging das eingelöste Neugeschäft der Bausparkasse um 10,0 % auf 1,5 Mrd. Euro zurück, während die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge um 7,3 % auf 83 470 Stück sank. Der Vertragsbestand verminderte sich um 1,3 % auf eine Bausparsumme von 30,7 Mrd. Euro. In der Stückzahl betrug der Rückgang 2,5 % auf 1,8 Mio. Verträge.
Die gesamten Netto-Erträge aus Kapitalanlagen stagnierten bei 134 Mio. Euro. Der Zinsüberschuss erhöhte sich auf 75 Mio. Euro (Vorjahr: 57 Mio. Euro). Trotz des reduzierten Neugeschäfts verzeichnete das Provisionsergebnis einen Zuwachs um 19,0 % auf 9 Mio. Euro. Bedingt durch die Reorganisation des Vertriebs stiegen die Verwaltungskosten planmäßig um 7,3 % auf 48 Mio. Euro. Der Halbjahresgewinn in diesem Segment lag mit 7 Mio. Euro um 3 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert.
Die als Kapitalanlagen ausgewiesenen Baudarlehen lagen zum 30.06.2001 mit 3,6 Mrd. Euro um 0,6 % über dem Wert zum Jahresende 2000. Die Bauspareinlagen verminderten sich im 1. Halbjahr 2001 um 4,0 % auf 3,9 Mrd. Euro.
Ausblick
Für das laufende Jahr rechnet die AMB-Gruppe wiederum mit einem erfreulichen, größtenteils überdurchschnittlichen Wachstum. Wichtigster Vertriebspartner bleibt dabei die Deutsche Vermögensberatung AG DVAG. In der Lebensversicherung werden aufgrund des bereits erläuterten, reduzierten Einmalbeitragsgeschäfts die Prämien nicht so stark steigen wie im Vorjahr. Demgegenüber erwarten die Schaden- und Unfallversicherung und die Krankenversicherung wieder überdurchschnittliche Beitragssteigerungen. Bei der Bausparkasse ist von einer insgesamt verhaltenen Entwicklung auszugehen, wobei sich vertriebliche Impulse aus der Commerzbank-Kooperation ergeben werden. Die derzeit ungünstigen Rahmenbedingungen für das Investmentgeschäft lassen erwarten, dass das hohe Mittelaufkommen des Vorjahres bei der AM Generali Invest nicht erreicht wird.
Aufgrund der insgesamt positiven Entwicklung wird auch für das Gesamtjahr 2001 mit einer zufriedenstellenden versicherungstechnischen Entwicklung gerechnet. Das Konzernergebnis 2001 insgesamt wird aber wesentlich vom weiteren Verlauf volatiler Kapitalmärkte beeinflusst.
Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG
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