AMB Generali Gruppe will profitabler werden Ergebnisse des Geschäftsjahres 2002
Der drittgrößte deutsche Erstversicherer hatte durch eine Ad-hoc-Mitteilung bereits im Februar darüber informiert, dass die Einbrüche an den Börsen und Sonderbelastungen durch Naturkatastrophen im Geschäftsjahr 2002 zu einem Konzernverlust von rund 235 Mio. Euro geführt haben. Im Versicherungsgeschäft bleibt die Unternehmensgruppe auf Wachstumskurs. Im selbst abgeschlossenen Geschäft verzeichnete der Konzern eine Gesamtbeitragseinnahme von 11,5 Mrd. Euro, was einen Zuwachs von 4,2 % bedeutet.
Die AMB Generali Gruppe hat vor diesem Gesamthintergrund folgende Entscheidungen getroffen und dafür entsprechende Weichenstellungen vorgenommen:
Das Lebensgeschäft soll profitabel wachsen. Die Vielfalt der Marken und der Vertriebswege im Konzern schafft dafür eine gute Ausgangslage. "Wir wollen kein Wachstum um jeden Preis", sagte Dr. Thießen, "sondern die Werthaltigkeit unseres Geschäfts erhöhen."
In Komposit steht selektives Wachstum im Vordergrund. "Vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung gefallen, das seit Jahren chronisch defizitäre Industriegeschäft aufzugeben", sagte Dr. Thießen.
"Wir wollen die Ertragskraft im versicherungstechnischen Geschäft steigern. Deshalb wird eine Combined Ratio unter 100 % bis 2005 angestrebt", betonte der Konzernchef. Im Vorjahr lag die AMB Generali Gruppe einschließlich der Sondereinflüsse durch Stürme und Überschwemmungen bei 107,7 %.
Dr. Thießen: "Im schärferen Wettbewerb heißt es auch, die Kosten im Griff zu behalten. Deshalb sollen die Gesamtkosten über alle Sparten in den kommenden Jahren auf dem Niveau des Jahres 2002 eingefroren werden."
Im Konzern werden bis zum Jahre 2005 insgesamt 1250 Arbeitsplätze abgebaut. Dieser Abbau findet ausschließlich im Innendienst statt und soll sozialverträglich sowie unter Ausnutzung der natürlichen Fluktuation durchgeführt werden. Die Vertriebe sind vom Personalabbau nicht betroffen. Vielmehr sollen die Stammorganisationen kontinuierlich ausgebaut werden.
Die Fusion am Standort München ist zum Jahresauftakt erfolgreich abgeschlossen worden. Die Synergien aus der Integration der Generali Lloyd Gesellschaften und der Fusion von Thuringia und Generali Lloyd Versicherung werden ab 2006 rund 90 Mio. Euro pro Jahr betragen. Dr. Thießen: "Die AMB Generali Gruppe verfügt jetzt neben Aachen, Hamburg und Saarbrücken auch über einen starken Standort in München mit einem Beitragsaufkommen von rund 2 Mrd. Euro."
Deutsche Vermögensberatung
Die AMB Generali Gruppe und die Deutsche Vermögensberatung AG mit Sitz in Frankfurt am Main verbindet eine langjährige und erfolgreiche strategische Partnerschaft. Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) ist ein entscheidender Wachstumsmotor für die Unternehmensgruppe. Der Anteil der DVAG am Neugeschäft stellte sich in 2002 wie folgt dar: Bei der Lebensversicherung 37,5 %, bei der Krankenversicherung 43 %, in Komposit 15,5 %, bei der Rechtsschutzversicherung 36 % und bei der Bausparkasse 44 %.
Die Einzelergebnisse des Geschäftsjahres 2002
Beitragswachstum
Die Gesamtbeiträge im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft betrugen 11,5 (Vorjahr 11,0) Mrd. Euro. Dies bedeutet eine Zuwachsrate von 4,2 %. Unter Einbeziehung des in Rückdeckung übernommenen Geschäfts betrugen die Gesamtbeiträge inklusive der Sparanteile in der Fondsgebundenen Lebensversicherung und der "Riester-Verträge" 11,6 (Vorjahr 11,2) Mrd. Euro. Nach IAS erhöhten sich die gesamten Brutto-Beiträge um 3,2 % auf 10,8 Mrd. Euro.
Kapitalanlagenergebnis / Leistungen
Wie der Konzern bereits zu Jahresbeginn mitgeteilt hat, wurden im Jahr 2002 vor dem Hintergrund der anhaltenden Krise an den Kapitalmärkten IAS-Impairmentregeln restriktiver angewandt. Dabei ergaben sich Abschreibungen auf Aktien und Beteiligungen von rund 2,5 Mrd. Euro. Hiervon entfallen rund 1 Mrd. Euro auf die Commerzbank. Im Konzernabschluss wurden Aktien im Direktbestand und in den Spezialfonds sowie Beteiligungen auf den Marktwert abgeschrieben, wenn diese die Anschaffungskosten in einem zusammenhängenden Zeitraum von 6 Monaten um mindestens 20 % unterschritten hatten.
Betroffen von dieser Gesamtentwicklung waren auch die Kapitalerträge. Die Netto-Erträge aus Kapitalanlagen gingen von 3,3 Mrd. Euro im Vorjahr auf ./.928 Mio. Euro zurück. Bei den auf 6,8 (Vorjahr 10,7) Mrd. Euro verringerten Leistungen spiegelten sich ebenfalls die negativen Entwicklungen am Aktienmarkt wider.
Kosten
Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb erhöhten sich wegen veränderter Rückversicherungsbeziehungen im Konzern, projektbedingt gestiegenen IT-Kosten sowie erneuerten Provisionsstrukturen um 7,4 % auf 2,0 Mrd. Euro. Hierdurch stieg die Kostenquote auf 19,3 % (Vorjahr 18,6 %).
Lebensversicherung
Wesentliche Wachstumsstützen waren erneut die Lebensversicherer. Die Gesamtbeiträge im Segment Leben stiegen auf 6,9 Mrd. Euro (+4,3 %). Bei Verträgen gegen laufenden Beitrag ergab sich ein Zuwachs der gebuchten Brutto-Beiträge auf 5,6 Mrd. Euro (+3,9 %). Ohne Sparanteile im "Riester-Geschäft" sowie bei den Fondsgebundenen Lebensversicherungen erhöhten sich die Brutto-Beiträge auf 6,1 Mrd. Euro (+2,8%). Insbesondere wegen außerordentlicher Sondereinflüsse im Geschäftsjahr 2001 ergab sich im Geschäftsjahr 2002 beim eingelösten Neugeschäft ein Rückgang von 12 % auf 1,3 Mrd. Euro. Der Lebensversicherungsbestand erhöhte sich auf 284,0 Mrd. Euro (+7,8 %).
Seit Einführung des Altersvermögensgesetzes haben die Lebensversicherer der AMB Generali Gruppe insgesamt rund 580 000 Riester-Policen abgeschlossen. Dies entspricht einem Marktanteil von nahezu 20 %.
Insbesondere verringerte Beteiligungserträge reduzierten die laufenden Erträge aus Kapitalanlagen um 4 % auf 2,6 Mrd. Euro. Der dramatische Kursverfall an den Aktienmärkten löste beträchtliche realisierte und unrealisierte Abgangsverluste sowie einen - durch die restriktivere Auslegung und Anwendung der IAS-Impairmentregeln noch verstärkten - erheblichen Abschreibungsbedarf bei Aktien und Beteiligungswerten aus. Die gesamten Erträge aus Kapitalanlagen verminderten sich von 2,5 Mrd. Euro im Vorjahr auf ./.1,2 Mrd. Euro in 2002. Entsprechend sanken die Leistungen um 52 % auf 3,5 Mrd. Euro.
Die Kostenquote bewegte sich mit 13,2 % auf Vorjahresniveau (13,5%). Das Konzernergebnis nach Steuern betrug ./. 63 (Vorjahr 187) Mio. Euro.
Krankenversicherung
Die Entwicklung des Neugeschäfts der Krankenversicherung profitierte von der anhaltenden gesundheitspolitischen Diskussion und der zum Jahresbeginn 2003 wirksam gewordenen Anhebung der Versicherungspflichtgrenze. Durch die verstärkte Nachfrage der Kunden nach privater Absicherung sowie notwendige Beitragsanpassungen stiegen die gebuchten Brutto-Beiträge hier auf 1,2 Mrd. Euro (+5,8 %). Die laufenden Kapitalerträge erhöhten sich auf 189 Mio. Euro (+10,0 %). Erhebliche realisierte Verluste aus Kapitalanlagen und hohe Abschreibungen auf das Aktienportefeuille reduzierten die gesamten Netto-Erträge jedoch um 66,7 % auf 60 Mio. Euro. Die Leistungen sanken um 7,1 % auf 1,1 Mrd. Euro. Demgegenüber erhöhte sich die Schadenquote - vor allem durch gestiegene Kosten im Gesundheitssektor - um 1,3 Prozentpunkte auf 61,1 %. Ebenfalls bedingt durch die Entwicklung am Aktienmarkt sank das Konzernergebnis von 35 Mio. Euro auf ./.12 Mio. Euro.
Schaden/Unfall
Auch in der Schaden- und Unfallversicherung verzeichnete die AMB Generali Gruppe ein erfreuliches Wachstum. Trotz konsequenter Portefeuille-Bereinigungen und der Aufgabe unrentabler Geschäftaktivitäten stiegen die gebuchten Brutto-Beiträge auf 3,9 Mrd. Euro (+3,4 %). Das darin enthaltene selbst abgeschlossene Geschäft erhöhte sich um 3,2 %.
Die großen Naturkatastrophen im vergangenen Jahr führten jedoch zu einem Anstieg der Leistungen um 13,1 % auf 2,5 Mrd. Euro. Die Schadenquote stieg um 5,1 Prozentpunkte auf 75,1 %. Insbesondere infolge der hohen Abschreibungen, des Wegfalls der doppelten Erfassung von Beteiligungserträgen im Vorjahr sowie der außerordentlichen Schadenbelastung sank das Konzernergebnis von 391 Mio. Euro im Vorjahr auf 2 Mio. Euro in 2002.
Finanzdienstleistungen
Positiv entwickelt sich das im Segment Finanzdienstleistungen erfasste Bauspargeschäft: Mit einer Steigerung des Netto-Neugeschäfts um 11,1 % auf 3,4 Mrd. Euro und der Erhöhung der neu abgeschlossenen Verträge um 13,3 % lag die Deutsche Bausparkasse Badenia deutlich über dem Marktdurchschnitt. Der Vertragsbestand in Bausparsumme ging von 30,6 Mrd. Euro leicht auf 30,4 Mrd. Euro zurück.
Die Fondsgesellschaft des AMB Generali Konzerns, die AM Generali Invest, verzeichnete ein erfreuliches Wachstum bei den geführten Kundendepots um 26,7 % auf rund 75 700. Dagegen ergab sich aus der negativen Kapitalmarktentwicklung ein Rückgang des verwalteten Fondsvermögens auf 4,7 (Vorjahr 5,4) Mrd. Euro.
Unter dem Einfluss einer verstärkten Risikovorsorge ergab sich im Segment Finanzdienstleistungen ein Konzernergebnis von ./. 31 (Vorjahr 9) Mio. Euro.
Dividende
Trotz des negativen Konzernergebnisses ist die AMB Generali Holding AG in der Lage, für das zurückliegende Geschäftsjahr den Aktionären eine Dividende auf Vorjahresniveau zu zahlen. Daher werden Vorstand und Aufsichtsrat der am 20. Mai 2003 in Aachen tagenden Hauptversammlung vorschlagen, einer Dividende in Höhe von 1,35 Euro je Aktie zuzustimmen.
Ausblick
Für das Geschäftsjahr 2003 rechnet die AMB Generali Gruppe mit weiteren Marktanteilsgewinnen in der Lebens- und Krankenversicherung. Bei den Kompositgesellschaften ist wegen der konsequenten Sanierungsmaßnahmen von einem geringeren Wachstum auszugehen. Unter der Annahme, dass keine besonderen Schadenereignisse und negative Kapitalmarktentwicklungen das laufende Jahr belasten, geht der Konzern von einem positiven Ergebnis vor Steuern aus, welches in der Höhe jedoch nicht an das Niveau der Vorjahre anknüpfen wird.
Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG
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