BMW: Produktivität auch 2009 weiter steigern

27.02.2009 | Stuttgart
Staatssekretär Müller: SPD muss nach der Wahl die CO2-Steuer verschärfen * VW Roadster auch in Skoda- und Seat-Varianten * Peugeot erwartet Wachstum dank Umweltprämie

BMW: Produktivität auch 2009 weiter steigern

Produktionsvorstand Arndt: Auslastung 2008 lag bei 98 Prozent - Nie zuvor so viele 7er produziert wie heute - Kostenziele in Produktion nachgeschärft

München. BMW will trotz der Automobilmarkt-Schwäche die Produktivität der Werke 2009 in einer Größenordnung von sieben bis acht Prozent steigern. Das sagte Produktionsvorstand Frank-Peter Arndt im Interview mit auto motor und sport in der Ausgabe vom heutigen Donnerstag: "2007 haben wir unsere Produktivität um über zehn Prozent gesteigert, 2008 sind wir zwischen sieben und acht Prozent gelandet, obwohl wir deutlich weniger als ursprünglich geplant produziert haben. (...) Bei konstanten Volumina im Gesamtjahr 2009 erwarte ich eine Produktivitätssteigerung in gleicher Größenordnung." Ziel sei es, "auch in schwierigen Zeiten profitabel zu sein und für unsere Mitarbeiter Stabilität zu schaffen".

Die Auslastung der BMW-Werke lag im vergangenen Jahr laut Arndt bei fast 100 Prozent. "Im Jahr 2007 haben wir 1,5 Millionen Fahrzeuge produziert. Und hatten damit eine Werksauslastung von 106 Prozent im Zweischichtbetrieb. Wenn Sie das umrechnen auf die 1,4 Millionen Einheiten des Jahres 2008, hatten wir eine Auslastung von 98 Prozent." Auf die Frage, ob die BMW Group das Ziel erreichen wird, im Jahr 2012 die 1,8 Millionen-Einheiten-Marke zu knacken, antwortete Arndt: "Ob so eine Größenordnung erreicht werden kann, hängt maßgeblich davon ab, wie sich weltweit die Wirtschaftslage in Zukunft entwickelt. Das ist derzeit jedoch unklar. Sollte ein Volumen in dieser Höhe vom Kunden abgefragt werden, dann könnten wir es in unserem bestehenden Produktionsnetzwerk darstellen."

Trotz der Umweltdiskussion verkaufen sich derzeit auch die großen Modelle bei BMW anständig: BMW fertige "so viele BMW 7er am Tag wie noch nie zuvor in unserer Geschichte. Pro Tag sind das derzeit 340 Einheiten im Werk Dingolfing." Auch der X5 und X6 "laufen im Verhältnis zum Markt relativ gut. Es wäre falsch zu behaupten, dass es nicht auch hier Volumenschwankungen gäbe. Dafür reichen aber unsere existierenden Flexibilitätsinstrumente aus", so Arndt. Positiv sieht Arndt auch der Auslastung des Werks Leipzig entgegen: "Durch den Anlauf des X1 im Herbst werden wir voraussichtlich wieder auf Zweischichtbetrieb zurückgehen können."

Die Kosten wolle Arndt auch in seinem Vorstandsressort weiter reduzieren: "Aufgrund der sehr schwachen Markt-Performance im Januar und der Erwartung, dass das gesamte erste Quartal nicht wesentlich besser wird, müssen wir jeden Cent zweimal umdrehen. Die Kostenziele für 2009 haben wir deswegen natürlich noch einmal nachgeschärft." Details zu diesen Einsparungen werde BMW auf der Bilanzpressekonferenz am 18. März verraten.

Staatssekretär Müller: SPD muss nach der Wahl die CO2-Steuer verschärfen

Lineare CO2-Steuer würde Abgaben für große Autos um 60 % erhöhen

Berlin. Die SPD sollte sich nach der Bundestagswahl für eine schärfere CO2-basierte Kfz-Steuer einsetzen, um den Klimaeffekt der Steuer zu verstärken. Das fordert Michael Müller (SPD), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium, im Gespräch mit dem am heutigen Donnerstag erscheinenden Magazin auto motor und sport. Mit der jetzt gefundenen Regelung, die vom Bundesrat zunächst abgelehnt wurde, ist Müller nicht zufrieden. Die ökologische Wirkung sei zu gering. "Ich kenne dieses Drama seit 20 Jahren. Seit 20 Jahren versucht die SPD die Kfz-Steuer ökologisch umzubauen und seitdem laufen wir immer wieder vor die Wand der Landesinteressen." Nach der Bundestagswahl müsse die SPD einen neuen Anlauf nehmen. "Ich habe mich immer für eine rein am CO2-Ausstoß orientierte Steuer ausgesprochen und werde mich im Falle eines Wahlsiegs der SPD auch dafür einsetzen. Ich halte die jetzige Lösung für unzureichend."

Auch von der Aufkommensneutralität müsse Abstand genommen werden, wolle man eine größere Lenkungswirkung und eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes. "Deswegen soll nach unseren Vorstellungen die Aufkommensneutralität in der vorgesehenen Neuregelung aufgegeben werden. Es muss schneller zu Innovationen und Kaufanreizen kommen." Schon eine lineare CO2-Steuer würde die jetzige Bevorzugung großer Fahrzeuge mindern und zu einer stärkeren Belastung eines hohen Spritverbrauchs führen. "Eine rein linear am CO2-Ausstoß orientierte Kfz-Steuer würde für Fahrzeuge jenseits von 200 oder 250 g/km eine Erhöhung im Vergleich zur bisherigen Hubraum-Besteuerung von 50 bis 60 Prozent bedeuten. Im Gegenzug würden sparsame Autos aber auch spürbar entlastet, oftmals wäre die Belastung halbiert." Zugleich könnte der Gesetzgeber über solch eine Steuer den Autoverkehr stärker in CO2-Mindersziel einbinden. "Wir sollten uns bei der Ausgestaltung an den Minderungszielen orientieren, die für den Klimaschutz insgesamt angepeilt sind. Sagen wir, der Autoverkehr müsste in diesem Rahmen den CO2-Ausstoß um 20 Prozent senken, ergäbe sich daraus ein bestimmter Durchschnittsverbrauch, der dann als Leitgröße für die Besteuerung gelten würde", so Müller.

Nicht zufrieden ist der Staatssekretär mit den Verbrauchsangaben der Hersteller. So würden die Normverbräuche oft durch bessere Ausstattungen der Fahrzeuge überschritten. "Ich bin der Ansicht, dass neben dem ECE-Normverbrauch auch der Verbrauch inklusive der meistverkauften Ausstattung angegebenen werden müsste. Damit würden die Autofahrer beim Kauf ein Bewusstsein dafür bekommen, was Sonderausstattungen im Hinblick auf den Verbrauch bedeuten."

VW Roadster auch in Skoda- und Seat-Varianten

VW-Chef Winterkorn will dadurch höhere Stückzahlen erreichen

Wolfsburg. Der auf der Detroit Auto Show im Januar gezeigte VW Roadster soll auch in Varianten der Konzernmarken Seat und Skoda gebaut werden. Nach Informationen des am heutigen Donnerstag erscheinenden Magazins auto motor und sport will VW-Chef Martin Winterkorn damit höhere Stückzahlen des Zweisitzers erzielen und dadurch schneller die Gewinnzone und einen konkurrenzfähigen Einstiegspreis von 22.000 Euro erreichen. Der Mazda-MX5-Konkurrent wird voraussichtlich 2014 auf den Markt kommen. Das vier Meter kurze Cabrio mit Stoffverdeck hat die McPherson-Vorderachse des VW Polo, die Mehrlenker-Hinterachse stammt vom Golf. Das Motorenprogramm soll Benziner und Diesel umfassen, die Kraftübertragung erfolgt über ein Direktschaltgetriebe. Gepäckabteile sind unter der Fronthaube sowie im Heck.

Peugeot erwartet Wachstum dank Umweltprämie

Absatzprognose angehoben - Collin: Drei Prozent Marktanteil ist zu wenig

Paris. Peugeot-Chef Jean-Philippe Collin hat die Absatzprognose für Deutschland aufgrund des Erfolges der Abwrackprämie nach oben korrigiert. "In Deutschland, wo die politischen Rahmenbedingungen nun klar sind, haben wir unsere Absatzerwartungen dank der Umweltprämie um 12.000 Einheiten von 96.000 auf 108.000 erhöht", sagte Collin im Gespräch mit dem am heutigen Donnerstag erscheinenden Magazin auto motor und sport. Insbesondere beim Geschäft mit Privatkunden sieht Collin großes Potential. "Wir hatten 2008 bei den Privatkunden einen Marktanteil von 4,5 Prozent, dieses Jahr sollen es fünf Prozent werden."

Nicht zufrieden ist der Peugeot-Chef mit dem Marktanteil in Deutschland, der 2008 bei nur 3,2 Prozent lag. "Der Marktanteil von gut drei Prozent ist für uns zu wenig. In vielen europäischen Märkten haben wir Marktanteile von fünf bis über zehn Prozent. Ich sehe mittelfristig keinen Grund, warum wir in Deutschland nicht mindestens die Fünf-Prozent-Hürde schaffen sollten."

Quelle: Pressemeldung Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG

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