Credit Suisse Group bestätigt Reinverlust von CHF 1,3 Mia. im dritten Quartal 2008

23.10.2008 | Zürich/Schwyz
Bestätigung der am 16. Oktober 2008 veröffentlichten provisorischen Resultate des dritten Quartals

Bestätigung der am 16. Oktober 2008 veröffentlichten provisorischen Resultate des dritten Quartals

Sehr gutes operatives Ergebnis und starker Neugeldzufluss im Private Banking: Netto-Neugelder von CHF 14,5 Mia., mit guten Zuflüssen sowohl im Wealth Management als auch im Schweizer Corporate & Retail Banking

Der Vorsteuerverlust im Investment Banking von CHF 3,2 Mia. widerspiegelt Wertminderungen von CHF 2,4 Mia. in Leveraged Finance und strukturierten Produkten, sowie ausserordentlich widrige Handelsbedingungen im September

Weitere Verringerung der Risikopositionen in den Bereichen, die von den Verwerfungen an den Hypotheken- und Kreditmärkten am meisten betroffen sind

Gutes Ergebnis in einigen Geschäftsfeldern im Investment Banking, unter anderem im Geschäft mit Zinsprodukten, im Devisengeschäft, im elektronischen Handel und bei Prime Services

Zürich, 23. Oktober 2008

Wie bereits am 16. Oktober 2008 bekannt gegeben, verzeichnete die Credit Suisse Group im dritten Quartal 2008 einen Reinverlust von CHF 1'261 Mio. gegenüber einem Reingewinn von CHF 1'302 Mio. im dritten Quartal 2007. Der Nettoertrag (Kernergebnis) belief sich auf CHF 3'109 Mio. und verringerte sich damit um 48% gegenüber dem dritten Quartal 2007.

Brady W. Dougan, Chief Executive Officer, sagte: «Die Finanz- und Bankenwelt erlebte im September beispiellose Verwerfungen in einer Reihe von Märkten. Die Branche erfuhr in den letzten Wochen zudem dramatische Veränderungen. Das Geschäftsumfeld erwies sich damit als sehr schwierig, insbesondere im Investment Banking. Das Resultat des Investment Banking widerspiegelt weitere Wertminderungen in den Geschäftsbereichen Leveraged Finance und strukturierte Produkte sowie Verluste aus den Handelsaktivitäten in einem ausserordentlich widrigen Marktumfeld im September. Die Credit Suisse verzeichnet deshalb im dritten Quartal einen Reinverlust. Zwar ist das Ergebnis angesichts der Marktentwicklung im dritten Quartal keine Überraschung - enttäuschend ist es dennoch.»

Weiter sagte er: «Der gute Neugeldzufluss im Private Banking zeigt das Vertrauen, das die Kunden uns entgegenbringen. In Übereinstimmung mit unserer Strategie investieren wir weiter in das Private Banking und zielen im Investment Banking auf verschiedene Verbesserungen, weitere Risikoreduktion und Ertragsdiversifizierung. Wir rechnen mit einem weiterhin schwierigen Marktumfeld und bleiben bei unserer Prognose für das vierte Quartal vorsichtig.»

Segmentsergebnisse

Private Banking

Das Private Banking, das die Bereiche Wealth Management und Corporate & Retail Banking umfasst, verzeichnete im dritten Quartal 2008 ein Ergebnis vor Steuern von CHF 789 Mio. Dies entspricht einem Rückgang von 39% gegenüber dem dritten Quartal 2007.

Das Wealth Management erzielte im dritten Quartal 2008 ein Ergebnis vor Steuern von CHF 389 Mio. Dies entspricht einem Rückgang um 57% gegenüber dem dritten Quartal 2007. Im Ergebnis des dritten Quartals 2008 sind Rückstellungen von CHF 310 Mio. für den Vergleich im Zusammenhang mit Auction Rate Securities (ARS) enthalten. Ohne Berücksichtung dieser Rückstellungen betrug das Ergebnis vor Steuern CHF 699 Mio. Dies entspricht einem Rückgang von 22% gegenüber dem dritten Quartal 2007. Der Nettoertrag verringerte sich aufgrund rückläufiger wiederkehrender und transaktionsabhängiger Erträge um 9%. Der Geschäftsaufwand stieg um 21% gegenüber dem dritten Quartal 2007; ohne Berücksichtigung der Rückstellungen für ARS verringerte er sich leicht. Im Rahmen ihrer strategischen Investitionen in den globalen Ausbau ihres Geschäfts rekrutierte die Credit Suisse im dritten Quartal 110 Privatkundenberater. Die Gewinnmarge vor Steuern lag im dritten Quartal 2008 bei 18,2%, oder 32,7% ohne die Rückstellungen für ARS, gegenüber 38,4% im dritten Quartal 2007.

Das Corporate & Retail Banking erzielte im dritten Quartal 2008 ein Ergebnis vor Steuern von CHF 400 Mio. Dies entspricht einer Zunahme um 3% gegenüber dem dritten Quartal 2007. Der Nettoertrag entwickelte sich erfreulich und stieg gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode um 3%. Die Kreditrückstellungen (netto) betrugen im dritten Quartal 2008 CHF 10 Mio., während im dritten Quartal 2007 Auflösungen von Rückstellungen von CHF 16 Mio. verzeichnet wurden. Der Geschäftsaufwand blieb unverändert. Die Gewinnmarge vor Steuern lag bei 39,6% im dritten Quartal 2008 gegenüber 39,7% im dritten Quartal 2007.

Investment Banking

Das Investment Banking verzeichnete im dritten Quartal 2008 einen Vorsteuerverlust von CHF 3'225 Mio. gegenüber einem Vorsteuergewinn von CHF 6 Mio. im dritten Quartal 2007. Der Nettoertrag belief sich im dritten Quartal 2008 auf negative CHF 515 Mio. gegenüber positiven CHF 2'097 Mio. im dritten Quartal 2007. Dies ist auf die grossen Marktverwerfungen, insbesondere im September, zurückzuführen, welche die meisten Geschäftsbereiche im Investment Banking negativ beeinflussten. Das Ergebnis des dritten Quartals 2008 enthält Netto-Wertminderungen von CHF 2'428 Mio. in den Geschäftsbereichen Leveraged Finance und strukturierte Produkte.

Der Anleihenhandel verzeichnete im dritten Quartal 2008 gegenüber der Vorjahresperiode einen deutlichen Ertragsrückgang, der vorwiegend auf die erwähnten Netto-Wertminderungen und Verluste bei den Unternehmenskrediten zurückzuführen ist. Auch Netto-Wertminderungen auf Anlagen in Vorzugsaktien und Hybridkapitalinstrumente bestimmter Finanzinstitute sowie Verluste im Rohstoffhandel haben auf das Ergebnis gedrückt. Positiv hingegen wirkten sich die hohen Erträge bei den Zinsprodukten und im Devisengeschäft aus. Die Erträge aus dem Aktienhandel verringerten sich gegenüber dem dritten Quartal 2007 markant, hauptsächlich aufgrund hoher Verluste bei den Wandelanleihen und den Long/Short-, Event- und Risikoarbitrage-Strategien sowie eines schwächeren Ergebnisses im Cash-Equities-Geschäft. Diesen rückläufigen Erträgen standen gute Ergebnisse im Bereich Prime Services und im Geschäft mit Aktienderivaten gegenüber. Der Anleihen- und der Aktienhandel profitierten von Fair-Value-Gewinnen von CHF 1'876 Mio. aufgrund der Ausweitung der Kredit-Spreads auf Fremdkapital der Credit Suisse. Die Erträge aus dem Emissions- und Beratungsgeschäft sind angesichts der allgemein rückläufigen Marktaktivitäten gegenüber dem dritten Quartal 2007 gesunken.

Netto-Wertberichtigungen und Risikopositionen im Investment Banking

Das Ergebnis des dritten Quartals 2008 enthält Netto-Wertminderungen von CHF 2'428 Mio. in den Bereichen Leveraged Finance und strukturierte Produkte.

Asset Management

Das Asset Management verzeichnete im dritten Quartal 2008 einen Vorsteuerverlust von CHF 58 Mio. gegenüber einem Vorsteuergewinn von CHF 45 Mio. im dritten Quartal 2007. Dieses Ergebnis ist hauptsächlich auf Private-Equity- und andere Anlageverluste von CHF 109 Mio. sowie Netto-Wertminderungen von CHF 36 Mio. auf den aus Geldmarktfonds der Credit Suisse erworbenen Wertschriften zurückzuführen. Der Nettoertrag verringerte sich gegenüber dem dritten Quartal 2007 um 24%, bzw. 12% ohne Berücksichtigung der genannten Private-Equity- und anderen Anlageverluste sowie der Netto-Wertminderungen auf den erworbenen Wertschriften. Der Geschäftsaufwand ging gegenüber dem dritten Quartal 2007 um 7% zurück. Dem höheren Personalaufwand stand der geringere Sachaufwand gegenüber. Die Gewinnmarge vor Steuern lag im dritten Quartal 2008 bei negativen 12,8% gegenüber positiven 7,6% im entsprechenden Vorjahresquartal. Der Fair Value der Bilanzpositionen der Credit Suisse im Zusammenhang mit den Wertschriften aus eigenen Geldmarktfonds belief sich am Ende des dritten Quartals 2008 auf CHF 1,0 Mia. Dies entspricht einem Rückgang um 33% gegenüber dem zweiten Quartal 2008.

Netto-Neugelder

Das Private Banking verbuchte im dritten Quartal 2008 Netto-Neugelder in Höhe von CHF 14,5 Mia., wozu der Bereich Wealth Management CHF 11,3 Mia. beisteuerte. Dies entspricht im Durchschnitt der vergangenen vier Quartale einer Wachstumsrate von 6,2%. Dazu beigetragen haben insbesondere die Regionen Europe, Middle East and Africa (EMEA), Americas und Asia Pacific. Das Asset Management verzeichnete im dritten Quartal 2008 einen Netto-Vermögensabfluss von CHF 16,5 Mia. Dem Neugeldzufluss von CHF 2,2 Mia. bei alternativen Anlagen stand ein Vermögensabfluss in den übrigen Anlagekategorien gegenüber. Die Gruppe wies per 30. September 2008 verwaltete Vermögen von CHF 1'370,0 Mia. aus. Dies entspricht einem Rückgang um 12,8% gegenüber dem 30. September 2007 und ist vorwiegend auf negative Marktbewegungen und ungünstige Fremdwährungseinflüsse zurückzuführen.

Integriertes Geschäftsmodell

Im dritten Quartal 2008 erzielte die Credit Suisse Erträge von CHF 1,5 Mia. aus divisionsübergreifenden Aktivitäten. Damit belaufen sich diese Erträge seit Jahresanfang 2008 auf CHF 4,0 Mia.

Quelle: Pressemeldung Credit Suisse

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