Deutsche Bank: Alternative Anlagen in volatilen Märkten chancenreich

11.07.2006 | Frankfurt am Main
Weltwirtschaft in 2006 robust, jedoch leichte Abschwächung in 2007 . Volatilität an den Finanzmärkten bleibt hoch . Konsolidierung am Aktienmarkt bringt keine negative Trendwende . Alternative Investments auf dem Vormarsch . Gute Performance für Hedge-Fonds erwartet

Klaus Martini, Global Chief Investment Officer für Privatkunden der Deutschen Bank, hat heute während einer Pressekonferenz seinen Ausblick für die Kapitalmärkte 2006/2007 vorgestellt. "Wir haben zuletzt einen deutlichen Anstieg der Volatilität erlebt, ausgelöst durch Inflations- und Wachstumsängste", erklärt er. "Dennoch sehen wir langfristig attraktive Ertragschancen am Finanzmarkt. Neben Aktien aus Europa und Asien erscheinen dabei Hedge-Fonds und ausgewählte Rohstoffe besonders interessant. Sie sind ein elementarer Bestandteil jedes gut diversifizierten Portfolios, das im aktuellen Umfeld steigender Prognoseunsicherheit von entscheidender Bedeutung ist."

Weltwirtschaft: Wachstumskurs wird fortgesetzt

Die Weltwirtschaft wird ihr robustes Wachstum im Jahr 2006 mit einer Rate von rund 4,5 Prozent fortsetzen, während 2007 mit einer leichten Abschwächung zu rechnen ist. In den USA ist eine Abkühlung des Immobilienmarktes im Gange. Als Folge könnte sich der Konsum abschwächen und somit die Konjunktur dämpfen. Die Globalisierung und das starke Wachstum in Asien führen hingegen zu einer Verlagerung des globalen Gleichgewichtes - die Abhängigkeit der Weltkonjunktur von den USA nimmt tendenziell ab.

In Asien zählen China und Indien zu den wichtigsten Wachstumstreibern, wobei in einzelnen Marktsegmenten in China allerdings Überhitzungen erkennbar sind. Im Euroraum weist Deutschland mit 2 Prozent das stärkste Wachstum seit 2000 auf. Dennoch bleibt die europäische Konjunktur insgesamt verhalten. "Zum anhaltenden soliden Wachstum fehlt uns eine dynamische Konsumnachfrage. Dies gilt insbesondere für Deutschland im Jahr 2007 vor dem Hintergrund fiskalpolitischer Maßnahmen", betont Klaus Martini.

Kurzfristige Inflationsrisiken - US-Notenbank vor dem Zinsgipfel

Zunehmende Inflationsrisiken, vor allem in den USA, haben in den vergangenen Wochen zur Verunsicherung der Anleger beigetragen. Wesentliche Ursache hierfür sind die stark gestiegenen Rohstoffpreise. Insbesondere hat der Ölpreis auf einem Niveau von über 75 US-Dollar je Barrel die Energiekosten in die Höhe getrieben. Zusätzlich tragen hohe Mietpreise zur Steigerung der US-Kerninflationsrate bei. Mittelfristig sprechen der disinflationäre Effekt durch die Globalisierung und stagnierende Lohnstückkosten durch weitere Produktivitätsgewinne dafür, dass die Inflation unter Kontrolle bleibt.

Die Notenbanken dürften ihre Zinssätze in den kommenden Monaten nochmals anheben. Während sich die Fed am oder kurz vor dem Zinsgipfel befindet, sind seitens der EZB bis zum Jahresende mindestens zwei weitere Schritte auf 3,25 Prozent wahrscheinlich. Die Bank of Japan wird ihren Zinserhöhungszyklus noch im 3. Quartal 2006 einleiten.

Rentenmärkte: Deutlich höhere Kapitalmarktrenditen

Anfang 2006 sind die bis dahin stagnierenden Renditen für 10-jährige Staatsanleihen nach oben ausgebrochen und bewegen sich jetzt auf einem Niveau von gut 4 Prozent in Euroland bzw. über 5 Prozent in den USA. Als Ursachen sind Zinserhöhungen der Notenbanken, starke Konjunkturdaten und gestiegene Inflationserwartungen zu nennen. Für die Zukunft erwarten die Experten der Deutschen Bank zunächst eine Seitwärtsbewegung. Unternehmensanleihen notieren nach wie vor auf hohem Niveau, wohingegen ausgewählte Emerging Markets-Anleihen noch Potenzial bieten. Allerdings sind länderspezifische Risiken im Einzelfall zu berücksichtigen.

Aktienmärkte: Nach Korrektur gut unterstützt

Die wachsende Unsicherheit der Investoren über die Entwicklung von Wachstum und Inflation hat im Mai und Juni zu einer kräftigen Korrektur an den Aktienmärkten geführt. Dabei waren jene Märkte am stärksten betroffen, die zuvor eine besonders positive Entwicklung zu verzeichnen hatten. Klaus Martini betont: "Die meisten Verkäufe stellten offensichtlich Gewinnmitnahmen nach einer langen Hausse dar. Außergewöhnlich war, dass durchweg alle Assetklassen korrigierten. Der Grund für diese Korrelation war die üppige Liquidität, die die Notenbanken zur Verfügung stellten und durch synchrone restriktive Geldpolitik in den zurückliegenden Monaten abschöpften."

Mit der Korrektur der Aktienmärkte hat die Bewertung ein Niveau erreicht, das unterhalb des langfristigen Bewertungsdurchschnitts liegt. Dabei sind die Märkte in Europa und Asien auf Basis des Kurs-Gewinn-Verhältnisses günstiger bewertet als in den USA. Positive Gewinnperspektiven, stabile bis leicht wachsende Dividenden und das absehbare Ende der Fed-Zinserhöhungen sprechen für ein Engagement in Aktien.

Alternative Investments: Positives Umfeld für Hedge-Fonds

Alternative Investments wie Private Equity und Hedge-Fonds rücken in dem derzeitigen Marktumfeld in den Fokus der Anleger. Der starke Mittelzufluss ist auf attraktive Renditechancen sowie vor allem auf die diversifizierende Wirkung der Anlageklasse zurückzuführen. Gleiches gilt auch für Rohstoffe. Die anhaltend hohe Nachfrage Chinas nach Öl, Industriemetallen und Nahrungsmitteln sollte die Weltmarktpreise von Rohstoffen auch künftig unterstützen.

Besonders interessant erscheinen derzeit Engagements in Hedge-Fonds. In den vergangenen 15 Jahren haben sie in guten Aktienmarktquartalen eine Rendite nahe der Aktienrendite erzielt, während sie in schlechten Quartalen Verluste fast ganz vermeiden konnten. "Hedge-Fonds sind besonders in Zeiten gestiegener Marktvolatilität eine interessante Ergänzung des Vermögensportfolios", stellt Klaus Martini fest.

Quelle: Pressemeldung Deutsche Bank AG

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