Die Marktmeinung aus Stuttgart
Die Nachrichten über Wachstumsverlangsamung aus dem asiatischen Raum trugen zusätzlich zur Vorsicht der Anleger bei. Obwohl die US-Fed ihren geldpolitischen Kurs inzwischen bestätigte und das niedrige Leitzinsniveau für einen längeren Zeitraum fortführen wird, sind die Käufer noch nicht wieder am Markt. Insgesamt werden sich die Anleger nun mehr um die Konjunkturdaten kümmern, da die Berichtssaison der Unternehmen vorüber ist und die guten Daten in den Kursen eingepreist sind. Das heißt, die Irritation der Anleger über die weitere Entwicklung der Konjunktur hält an und somit bleibt ein großer Teil der Investoren unentschlossen, was auch an den nach wie vor geringen Umsätzen zu erkennen ist. Eine hohe Zahl abwartender Anleger birgt die Gefahr, dass sich diese, um der unbefriedigenden Situation ein Ende zu bereiten, aktiv auf die Suche nach Informationen begeben und damit die ein oder andere Seite beeinflussen. Charttechnisch befindet sich der DAX in einem aufwärtsgerichteten Dreieck. Sollte die Widerstandslinie zwischen 6.350 und 6.400 Punkten durchbrochen werden, sind 6.800 Punkte möglich. Eine Unterstützung bleibt weiterhin bei 5.850 Punkten. Auch der Euro Stoxx 50 kann ein aufwärtsgerichtetes Dreieck aufweisen, dessen obere Linie bei 2.550 Punkten durchbrochen werden kann, um dann in Richtung 2.700 Punkte zu gelangen. Die Unterstützungslinie hat sich inzwischen erhöht auf 2.350 Punkte. Der Dow-Jones-Index kann sich trotz starker Schwankungen nicht weiterentwickeln, er bewegt sich um die 200-Tage-Durchschnittslinie herum, die inzwischen bei 10.600 Punkten verläuft. Erst ein nachhaltiges Überschreiten würde die Möglichkeit bis 11.000 Punkte eröffnen. Die Unterstützungslinie liegt bei 10.250 Punkten. In den USA ist zu berücksichtigen, dass im November die Kongresswahlen anstehen. Erfahrungsgemäß treten hier schon bereits im September und Oktober erste Unsicherheiten auf, die die Kurse negativ beeinflussen könnten.
Die Aussage der US-Notenbank, weiter ihre niedrige Zinspolitik fortzuführen und geldpolitische Geschenke zu verteilen, zeigt die schwierige konjunkturelle Situation in den USA. Es ist zwar davon auszugehen, dass es in den nächsten 12 Monaten zu keiner neuen Rezession kommen wird, aber die Gefahr eines Rückschlags und damit die Verlangsamung des Wirtschaftsaufschwungs ist unverändert hoch. Sollte nun wirklich auch die Dynamik des Wachstumsmarktes Asien, insbesondere in China, erlahmen, würde dies Auswirkungen auf den Zustand der Weltkonjunktur haben, und das, obwohl momentan in China immer noch zweistellige Wachstumsraten zu verzeichnen sind. Konjunkturell bleibt es auch in Europa schwierig, denn die "Lokomotive" Deutschland wird auf Dauer nicht in der Lage sein, alle anderen Länder mitzuziehen...
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Quelle: Pressemeldung Bankhaus Ellwanger & Geiger KG
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