Ergebnis 1996: Verstärkung der Rücklagen, Versicherungstechnischer Gewinn, Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln
Im selbst abgeschlossenen Geschäft ist die Beitragseinnahme um 1,6 % auf 747,7 Mio DM gesunken (Vorjahr 759,6 Mio DM). Diese Entwicklung ist im wesentlichen auf den allgemeinen Preisverfall in den Kraftfahrtversicherungs- Sparten als Folge einer verschärften Wettbewerbssituation zurückzuführen. Der gleichfalls harte Wettbewerb in der Verkehrshaftungsversicherung sowie eine selektive Zeichnungspolitik ergaben auch in der Transportversicherung rückläufige Beitragseinnahmen. Eine kräftige Steigerung der Beitragseinnahme kann hingegen in den Sach-Versicherungszweigen verzeichnet werden, zurückzuführen insbesondere auf eine deutliche Steigerung des Neugeschäfts in den Zweigen Einbruchdiebstahl (4,5 %), Verbundene Hausrat (5,4 %), Verbundene Wohngebäude (7,0 %) und Sturm (10,9 %). Während in der Allgemeinen Haftpflicht-Versicherung insgesamt eine nahezu stagnierende Prämieneinnahme festzustellen ist, erreichte das Beitragswachstum in der Allgemeinen Unfallversicherung das Vorjahresniveau.
Im Schadenverlauf des direkten Geschäfts hat sich die schon im Vorjahr zu verzeichnende Entspannung fortgesetzt. Die Geschäftsjahres-Schadenquote über alle Versicherungszweige hinweg ist von 74,6 % geringfügig auf 74,5 % zurückgegangen. Wesentliche Verbesserungen der Schadenquote zeigen sich vor allem in den Versicherungszweigen Feuer, Hausrat, Einbruchdiebstahl, Allgemeine Haftpflicht und Unfall, Technische Versicherung und Transport. In der vom Umfang her bedeutsamen Kraftfahrtversicherung beruhen die dort zu verzeichnenden höheren Schadenquoten im wesentlichen auf den geringeren Beitragseinnahmen in diesen Sparten. Eine deutliche Steigerung der Schadenbelastung zeigt sich dagegen in den Versicherungszweigen Leitungswasser und Verbundene Wohngebäudeversicherung.
Auch im Geschäftsjahr 1996 hat die Gesellschaft ihre Bemühungen um eine Senkung der Kosten fortgeführt. Der Erfolg zeigt sich in einer betragsmäßigen Senkung der tatsächlichen Kosten, die allerdings den Prämienrückgang nicht kompensieren kann, weshalb eine Erhöhung der Kostenquote um 0,4 % auf 29,8 % auszuweisen ist.
Das in Rückdeckung übernommene Versicherungsgeschäft ist mit einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 27,1 % deutlich gewachsen. Hauptursächlich für diesen Zuwachs ist die Übernahme des Geschäfts der 1995 erworbenen SAVAG Saarbrücker Versicherung AG, das zu 90 % in die Rückversicherung der Thuringia einfließt.
Versicherungstechnischer Gewinn
Das gesamte Versicherungsgeschäft schließt vor Veränderung der Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellungen nach einem Gewinn im Vorjahr von 27,7 Mio DM für das Jahr 1996 mit einem Gewinn von 42,0 Mio DM. Nach einer Zuführung zur Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen von 31,7 Mio DM (Vorjahr 35,5 Mio DM) ergibt sich ein Gewinn von 10,3 Mio DM. Die Gesellschaft hat damit nach Schwankungsrückstellung ein gegenüber dem Vorjahr um 18,2 Mio DM verbessertes versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung erzielt (Vorjahr technischer Verlust von 7,9 Mio DM nach Rückstellung von 35,5 Mio DM).
Das Ergebnis im allgemeinen Geschäft vor gewinnabhängigen Steuern beläuft sich auf 53,2 Mio DM und liegt damit um 22,3 Mio DM unter dem Vorjahresergebnis. Ursächlich dafür ist die Bildung einer besonderen Rückstellung für geplante Reorganisationsmaßnahmen, die einer Steigerung der laufenden Erträge aus Kapitalanlagen um 4,0 % sowie den Gewinnen aus dem Abgang von Kapitalanlagen von 16,9 Mio DM gegenübersteht.
Insgesamt verbleibt nach Abzug der Steuern ein Jahresüberschuß von 27,8 Mio DM (Vorjahr 27,7 Mio DM), aus dem sich nach der vorgeschriebenen Bereinigung aller Sondereinflüsse ein Ergebnis je Aktie von 48,86 DM (einschließlich Steuergutschrift) errechnet, was einer Steigerung um 12,1 % entspricht. Dieses Ergebnis machte es möglich, den anderen Gewinnrücklagen einen Betrag von 12,5 Mio DM (Vorjahr ebenfalls 12,5 Mio DM) zuzuführen, wodurch das Eigenkapital ohne den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres von 200,3 Mio DM am Ende des Vorjahres auf 212,8 Mio DM steigt. Damit sind 31,6 % der Beitragseinnahme für eigene Rechnung bedeckt. Zusätzlich konnte der Hauptversammlung von Aufsichtsrat und Vorstand vorgeschlagen werden, an die Aktionäre je Aktie à nominal 50,-- DM wie im Vorjahr eine Dividende von 12,50 DM zu vergüten. Darüber hinaus wurde der Hauptversammlung eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln von 12,2 Mio DM durch Ausgabe von Gratisaktien im Verhältnis 5:1 vorgeschlagen.
Ausblick 1997
In den ersten vier Monaten des Geschäftsjahres 1997 sind die Beitragseinnahmen im selbstabgeschlossenen Versicherungsgeschäft um 1,3 % zurückgegangen (Vorjahr Rückgang um 0,8 %). Hier macht sich der verschärft über Prämien und Tarife geführte Wettbewerb bemerkbar, dem sich die Gesellschaft nicht entziehen kann. Die Brutto-Schadenbelastung ist gegenüber dem Vorjahr um rund 5 %-Punkte höher, was zum Teil auf die rückläufige Beitragseinnahme zurückzuführen ist. Die Kostenbelastung bewegt sich auf Vorjahresniveau. Durch die geplanten Reorganisationsmaßnahmen, in deren Mittelpunkt die Zentralisierung von Verwaltungsarbeiten steht, ist eine weitere Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Gesellschaft zu erwarten.
Vorstandsvorsitzender Norbert Müller ist zuversichtlich, daß sich die Gesellschaft aufgrund ihrer gesunden Basis, die 1996 wiederum verstärkt werden konnte, auch im Geschäftsjahr 1997 positiv weiterentwickeln und wieder einen Jahresüberschuß erzielen wird, aus dem eine angemessene Dividende auf das Grundkapital ausgeschüttet und eine Verstärkung der Rücklagen vorgenommen werden kann.
Die vorgeschlagene Dividende von 12,50 DM je Aktie sowie die Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln im Verhältnis 5:1 wurde von der Hauptversammlung beschlossen. Mit der Ausgabe der Gratisaktien ist ab September zu rechnen.
Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG
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