Ernährungsindustrie steigert Umsatz auf 147,6 Mrd. €

07.05.2008 | Berlin
Branche fordert klare Ablehnung der „Ampelkennzeichnung“ von der Bundesregierung ein

Branche fordert klare Ablehnung der „Ampelkennzeichnung“ von der Bundesregierung ein

Trotz schwieriger Rohstoff- und Wettbewerbssituation hat die Ernährungsindustrie sich 2007 gut entwickelt. Anlässlich ihrer Mitgliederversammlung legte die BVE in ihrem Jahresbericht 2007/08 die Geschäftszahlen der Branche für 2007 vor: der Umsatz wuchs nominal um 6,8% auf 147,6 Mrd. €. Preisbereinigt erhöhte sich der Wert um 2,4%. Der Auslandsumsatz hat wie in den Vorjahren mit einem Plus von 13,1% dynamisch zugelegt. Im Ausland wurden Waren im Wert von 36,3 Mrd. € abgesetzt.

Im Inland stieg der Umsatz auf 4,9% auf 113,4 Mrd. €. Der größte Teil des Zuwachses ging auf notwendige Preisanpassungen wegen dramatisch gestiegener Rohstoffpreise zurück. Agrargüter und Lebensmittel werden auch längerfristig teurer werden. Dennoch liegt Deutschland mit seinem Preisniveau für Lebensmittel immer noch im unteren europäischen Bereich.

Die Ernährungsindustrie als viertgrößter Industriezweig in Deutschland wird sich den Herausforderungen der globalen Ernährungs- und Rohstoffsituation stellen. Moderne und nachhaltige Produktionsmethoden sowie effiziente

Distributionssysteme sorgen in Deutschland für eine sichere und preiswerte Versorgung der Bevölkerung. Damit dies so bleibt, ist die Politik gefordert, die Rahmenbedingungen für die Ernährungsindustrie so weiter zu entwickeln, dass Rohstoffe in ausreichender Menge und Qualität sowie zu akzeptablen Preisen für die Verarbeitung zur Verfügung stehen. Für die konkurrierende Verwendung der nachwachsenden Rohstoffe muss eine klare Priorität auf der Nahrungsmittelproduktion liegen.

In der Ernährungspolitik erwartet die Branche von der Bundesregierung einen klaren Kurs gegenüber Brüssel. Die Bundesregierung hat sich bisher aus guten Gründen gegen die Einführung einer „Ampelkennzeichnung“ ausgesprochen. Dies muss auch so bleiben, da eine signalhaft warnende Nährwertkennzeichnung keine wirkliche Hilfestellung für den Verbraucher bietet. Sie wäre allenfalls eine Scheinlösung, die außer Acht lässt, dass es nicht auf einzelne Lebensmittel, sondern auf den Lebensstil insgesamt ankommt, zu dem unter anderem eine ausgewogene Ernährung gehört.

Die Ernährungsindustrie befürwortet statt simpler, undifferenzierender Signale eine objektive, klare und leicht verständliche Information über den Energiegehalt und die wichtigsten Nährstoffe; nur sie vermittelt dem – interessierten – Verbraucher die Basis, um für sich eigenverantwortlich die Wahl treffen zu können. Auf mehr als zwei Drittel der Lebensmittelverpackungen findet sich bereits eine derartige Kennzeichnung; sie wird von vielen Verbrauchern schon heute genutzt und kann sicher noch stärkere Verbreitung finden.

Quelle: Pressemeldung Bundesverband Ernährung

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