Export leicht erholt
Vor dem Hintergrund der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise schätzen die rheinhessischen Unternehmen ihre Geschäftsaussichten verhalten ein. Dies belegt die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen. IHK-Hauptgeschäftsführer Richard Patzke wertet die Ergebnisse: "Auf dem Binnenmarkt hat sich die Auftragslage stabilisiert. Sorge bereitet nach wie vor der Außenhandel: Zwar hat sich der Export leicht erholt, doch bleibt das Auftragsniveau niedrig."
Fast unverändert blieb die Einschätzung zur aktuellen Geschäftslage: Im Januar 2009 sprachen 24 Prozent an Unternehmen von einer "schlechten Geschäftslage", in der jetzigen Umfrage waren dies 25 Prozent - und damit weiterhin jeder vierte Betrieb im Kammerbezirk. Die Hälfte aller befragten Firmen sehen eine befriedigende Situation (Januar 2009: ebenfalls 50 Prozent). Ebenso fast gleich geblieben ist die Zahl der Unternehmen, die von einer guten Geschäftslage sprechen: 25 Prozent (Januar 2009: 26 Prozent) kommen zu diesem Urteil. Was speziell den Umsatz angeht, sprechen 29 Prozent von einer "schlechten Situation" (Januar 2009: 17 Prozent).
Dies schlägt sich auch auf das Stimmungsbild im Blick auf die Geschäftserwartungen in den nächsten zwölf Monaten nieder: 34 Prozent der befragten Unternehmen (Januar 2009: 41 Prozent) sehen "schlechtere Geschäftserwartungen", nur noch 15 Prozent (Januar 2009: 20 Prozent) rechnen mit einer Verbesserung. Gestiegen ist mit 51 Prozent die Zahl der Unternehmen (Januar 2009: 39 Prozent), die zumindest mit gleich bleibenden Geschäftserwartungen rechnen.
Im Vergleich zur letzten IHK-Konjunkturumfrage hat sich das Exportgeschäft in Rheinhessen leicht verbessert: Mit 38 Prozent der Firmen melden deutlich weniger einen Rückgang des Auslandsgeschäfts (Januar 2009: 51 Prozent). 28 Prozent (Januar 2009: 25 Prozent) melden vollere Auftragsbücher. Ein Drittel der Unternehmen (Januar 2009: 24 Prozent) sprechen von einem gleich bleibenden Exportgeschäft in den vergangenen drei Monaten. Leicht positiver sind die Exporterwartungen für die nächsten zwölf Monate: 34 Prozent (Januar 2009: 45 Prozent) rechnen mit einem geringeren Geschäft, weiterhin ein Viertel der Firmen (Januar 2009: 23 Prozent) haben höhere Erwartungen für den Außenhandel.
Entspannt hat sich laut der Konjunkturumfrage die Entwicklung auf dem Binnenmarkt. Nur noch 28 Prozent (Januar 2009: 48 Prozent) meldet einen Rückgang der Aufträge. Mit 54 Prozent spricht über die Hälfte der Unternehmen (Januar 2009: 33 Prozent) Spricht von einer gleich gebliebenen Auftragslage.
Kaum verändert hat sich ist die Investitionsbereitschaft in den rheinhessischen Unternehmen: 30 Prozent (Januar 2009: 33 Prozent) wollen in den nächsten zwölf Monaten ihre Investitionen reduzieren. Dagegen planen 17 Prozent (Januar 2009: 22 Prozent) mehr Investitionen. Gesunken ist die Zahl der Unternehmen, die an Rationalisierung denken - von 46 Prozent (Januar 2009) auf 38 Prozent.
Negativer ist das Stimmungsbild im Blick auf den Stellenmarkt: Ein Viertel aller befragten Betriebe (Januar 2009: 19 Prozent) wollen im nächsten Vierteljahr Stellen abbauen. 68 Prozent (Januar 2009: 73 Prozent) rechnen mit einer gleich bleibenden Beschäftigtenzahl.
Nahezu unverändert geblieben ist das Stimmungsbarometer im rheinhessischen Handel: 22 Prozent aller Unternehmen (Januar 2009: 25 Prozent) sprechen von einer schlechten aktuellen Geschäftslage, die Hälfte der Unternehmen (Januar 2009: 53 Prozent) von einer "befriedigenden Geschäftslage". Was auch die Prognosen für die Geschäftserwartungen den nächsten zwölf Monaten tangiert: Hier rechnen 49 Prozent (Januar 2009: 51 Prozent) mit einem Abebben der Konsumlaune. Halbiert hat sich die Zahl der Formen, die höhere Geschäftserwartungen haben: Von 22 Prozent (Januar 2009) auf nunmehr 11 Prozent.
Eingetrübt hat sich die Stimmungslage im Dienstleistungsgewerbe. Nur noch 22 Prozent (Januar 2009: 39 Prozent) der Unternehmen sprechen von einer "guten Geschäftslage", dagegen melden mittlerweile 19 Prozent (Januar 2009: 6 Prozent) eine "schlechte Geschäftslage". In dieser Branche planen mit 24 Prozent (Januar 2009: 11 Prozent) deutlich mehr Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten den Abbau ihrer Beschäftigtenzahl.
Quelle: Pressemeldung Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen
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