Fusion mit DBS Deutsche Bausparkasse in Vorbereitung
Der seit kurzem - unter der Federführung des Arbeitsministeriums - angedachte Entwurf sieht vor, dass ein jährlicher Förderbetrag in Höhe von 250 DM - bei einem freiwilligen jährlichen Sparbetrag von 2,5 Prozent des Bruttolohnes (max. 60.000 DM Bruttolohn = 1.500 DM Sparbetrag) - bis zum Eintritt ins Rentenalter gezahlt wird. Nach unseren Erkenntnissen besteht danach die Gefahr, dass die Arbeitnehmersparzulage für vermögenswirksame Leistungen (geplant 100 DM p.a.) mit der Förderung der Altersvorsorge (insgesamt 250 DM p.a.) verrechnet werden könnte. Damit stünde das Bausparen als Vorsorgeinstrument für Wohneigentum in Konkurrenz mit anderen Anlageformen der Altersvorsorge.
Der letzte Woche von Finanzminister Eichel eingebrachte Vorschlag, eine private "Pflichtvorsorge" einzuführen, wird nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden der Badenia Bausparkasse AG, Dr. Karlheinz Henge, ausdrücklich begrüßt, sofern die bisherige Vermögensbildung bezüglich des Bausparens unangetastet bleibt.
Dr. Henge: "Die Förderung der privaten Altersvorsorge und die Anreize zur Bildung von Wohneigentum müssen paritätisch gewährleistet sein. Bausparen ist zunächst Vorsorge für die eigenen vier Wände und führt über mietfreies Wohnen im Alter auch zur zusätzlichen Altersvorsorge."
Die Wohneigentumsquote in Deutschland liegt mit 41 Prozent in den alten und 31 Prozent in den neuen Ländern im europäischen Vergleich weit hinten. Dr. Henge: "Bausparen ist der Schlüssel zum Wohneigentum. Dazu brauchen die Bausparer aber weiterhin Anreize wie die Arbeitnehmer-Sparzulage, um Eigenkapital bilden zu können".
Dies bestätigte auch Bundesfinanzminister Hans Eichel bei seinem Besuch bei der Badenia am 9. Februar dieses Jahres. Der Minister: "Wir wollen mehr Wohneigentum. Deswegen werden wir alles, was dazu hilft, auch fördern. Wir wollen einen höheren Anteil an eigengenutztem Wohnraum, an eigengenutzten Wohnungen, an Eigenheimen".
2. Die Badenia im Markt
- Zuteilungsrekord
Einen erneuten Zuteilungsrekord in 1999 meldet die Badenia Bausparkasse AG (Karlsruhe).
Wie der Vorstandsvorsitzende, Dr. Karlheinz Henge, anlässlich der Jahrespressekonferenz mitteilte, wurde im vergangenen Jahr eine Bausparsumme von 3,270 Milliarden DM (Vj: 3,051; + 7,2 %) zur Zuteilung angeboten. Damit konnten die Rekordzuteilungen der vergangenen Jahre noch einmal übertroffen werden.
Seit Jahren Branchenspitzenwert ist die für die Finanzierung wichtige Wartezeit für Schnellsparer (40 % Sofortauffüllung) mit nur 37 Monaten im Standardtarif. Im Schnelltarif (50 % Sofortauffüllung) beträgt die Wartezeit 24 Monate.
Der gesamte Vertragsbestand wuchs auf 1.603.699 Verträge (Vj: 1.601.018; + 0,2 %) und stieg auf ein Volumen von 53,912 Milliarden DM Bausparsumme (Vj: 53,787; + 0,2 %).
- Neugeschäft auf hohem Niveau
Das Neugeschäftsergebnis 1999 übertraf leicht das Vorjahresniveau. So konnten im Nettoneugeschäft 187.537 Verträge (Vj: 186.731; + 0,4 %) über eine Bausparsumme von 6,508 Milliarden DM (Vj: 6,409; + 1,5 %) eingelöst werden.
Zeitweilig stand das Bauspardarlehen aufgrund des historisch niedrigen Zinsniveaus in starker Konkurrenz zum Hypothekendarlehen, was sich auf den Geschäftsverlauf ausgewirkt hat. Zum Jahresende war außerdem bei der Vertriebsleistung einiger Kooperationspartner zunehmend die Konkurrenz der Abschlüsse von Lebensversicherungen zu spüren. Dies lag daran, dass bis Ende Dezember unklar war, ob die Erträge aus kapitalbildenden Lebensversicherungen ab dem Jahr 2000 versteuert werden müssen. So kam es zu einer fast schon überhitzten Abschlusstätigkeit im LV-Bereich, was zu Lasten der Bausparvermittlungen ging. Unter den zuvor genannten Umständen sind wir mit dem erreichten Neugeschäftsergebnis im Jahr 1999 zufrieden.
Mit diesen Werten konnte die Badenia ihre Marktposition weiter festigen und ihren Platz als viertgrößte private Bausparkasse mit einem Marktanteil von 6,2 Prozent (bezogen auf das Nettoneugeschäft) behaupten.
- Ausweitung des Frankreichgeschäfts
Auch das Frankreichgeschäft verlief für die Badenia positiv. 1999 konnte dort eine Netto-Bausparsumme von rund 61 Millionen DM (Vj: 54,7; + 11,5 %) vermittelt werden. Der Bausparbestand in Frankreich beträgt derzeit bei ca. 5.100 Kunden rund 400 Millionen DM Bausparsumme.
Für französische Kunden konnte mit der GENERALI France im dritten Quartal 1999 ein weiterer Kooperationspartner gewonnen werden. Die GENERALI France hat eine spezielle Risikolebensversicherung entwickelt, die alle gängigen Risiken (Tod, Invalidität, Arbeitslosigkeit) abdeckt und zudem bausparspezifische Besonderheiten berücksichtigt.
Zum 31.12.1999 hat die Badenia Zinserträge der französischen Bausparkunden erstmals in Höhe von 25 Prozent an die französischen Steuerbehörden abgeführt.
- Rahmenbedingungen 2000
Nach der jüngsten Leitzinserhöhung durch die Europäische Zentralbank ist auch ein Ansteigen der langfristigen Zinsen wahrscheinlich geworden, seit dem historischen Tiefststand in 1999 zogen die Zinsen in diesem Bereich bereits wieder 1,5 Prozentpunkte an. Diese Entwicklung steigert die Konkurrenzfähigkeit des Bauspar- im Vergleich zum Hypothekendarlehen.
Einen Dämpfer für den Wohneigentumsbau gab es durch die seit 1. Januar 2000 neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Eigenheimzulage. Die Einkommensgrenzen wurden von 120.000 auf 80.000 DM bei Ledigen und von 240.000 auf 160.000 DM bei Verheirateten gesenkt. Positiv zu bewerten ist, dass gleichzeitig die Kinderkomponente auf 30.000 DM pro Kind angehoben wurde. Trotzdem darf nicht übersehen werden, dass eine große Zahl derjenigen, die Wohneigentum realisieren wollen, jetzt von der Förderung ausgeschlossen ist.
3. 1999: Ein Jahr mit besonderen Herausforderungen
- Neuer Euro-Tarif eingeführt
Mit ihrem neuen Tarif "Bonus plus" hat die Badenia im Juli vergangenen Jahres mit dem branchenweit ersten Bauspartarif in Euro ihre Produktpalette erweitert. In der Sparphase bietet "Bonus plus" ein übersichtliches Bonussystem mit einer überdurchschnittlichen Guthabenverzinsung bis zu 4,5 Prozent. Unter Berücksichtigung von Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmer-Sparzulage kann eine jährliche Rendite von 6,8 Prozent erreicht werden.
Auch in der Darlehensphase bietet der neue Tarif attraktive Bedingungen: Bei Verzicht auf den Sparbonus ermöglicht die Ermäßigung des Darlehenszinses von 4,75 Prozent auf 4,25 Prozent nominal ein noch günstigeres Bauspardarlehen. Darüber hinaus entspricht bei einer Regelansparung von 10 Jahren die Rückzahlungsrate des Darlehens exakt der Ansparrate.
Die Badenia bietet mit "Bonus plus" ein komplett neues Angebot mit wahlweiser hoher Rendite in der Sparphase oder auch ein flexibles, planungssicheres Finanzierungsinstrument in der Darlehensphase.
- Kooperation mit der Commerzbank
Gute zusätzliche Wachstumschancen sieht die Badenia nach Aussage von Dr. Henge in der Kooperation mit der Commerzbank AG, einer der größten und renommiertesten deutschen Großbanken. Die AM-Gruppe und die Commerzbank hatten Ende 1998 eine weitreichende Allfinanzkooperation vereinbart. Die Commerzbank bietet in über 900 Filialen seit Jahresanfang 1999 exclusiv die Bausparprodukte der Badenia an, während der eigene Außendienst der Badenia Bankprodukte und Finanzierungen an die Commerzbank vermittelt.
- DBS Deutsche Bausparkasse AG
Die Badenia Bausparkasse hat im Jahre 1999 insgesamt 91,18 Prozent der Aktienanteile an der DBS Deutsche Bausparkasse AG in Darmstadt erworben. Ziele des Anteilserwerbs sind die Ausweitung des Kundenbestands und der Zugang zu neuen Vertriebswegen. Durch die Bündelung der Kräfte beider Bausparkassen werden Synergieeffekte erzielt und die Wettbewerbsfähigkeit erhöht. Die gemeinsamen Vertragsbestände - Badenia mit 53,9 und DBS mit 7,2 Milliarden DM - summieren sich auf über 61 Milliarden DM Bausparsumme und stärken die Marktposition. Es ist geplant, die Badenia und die DBS rückwirkend zum 1. Januar 2000 zu fusionieren und den Standort Darmstadt zum 31. Dezember 2000 aufzulösen.
Alle DBS-Mitarbeiter erhalten ein Arbeitsplatzangebot am Standort Karlsruhe. Der Eigenvertrieb der DBS bleibt als eigenständige Vertriebsschiene erhalten. Die Kooperation mit der Nürnberger Versicherung und der Generali Lloyd Versicherung bleibt bestehen. Nach der erfolgten Umsetzung der Fusion bis Mitte des Jahres 2000 wird die Badenia ihren Firmennamen erweitern. Der Firmenname lautet dann:
Deutsche Bausparkasse
B A D E N I A AG
Der neue Name steht unter dem Vorbehalt, dass es zu einer wirksamen Verschmelzung der Badenia und der DBS kommt.
4. Die geschäftliche Entwicklung in 1999
- Neugeschäft
Das Brutto-Neugeschäft erreichte mit 207.732 Verträgen (Vj: 207.244; + 0,2 %) eine Bausparsumme von 7,672 Milliarden DM (Vj: 7,648; + 0,3 %).
Im eingelösten Netto-Neugeschäft konnte ein Ergebnis von 187.537 Verträgen (Vj: 186.731; + 0,4 %) über 6,508 Milliarden DM Bausparsumme (Vj: 6,409; + 1,5 %) erzielt werden.
Zu diesem Ergebnis hat die Deutsche Vermögensberatung AG, Frankfurt, mit 2,6 Milliarden DM Bausparsumme netto (Vj: 2,8; - 8,9 %) beigetragen.
Die Commerzbank hat im ersten Jahr der Zusammenarbeit eine Bausparsumme in Höhe von 438 Millionen DM vermittelt.
Die durchschnittliche Bausparsumme ist gestiegen auf 34.702 DM (Vj: 34.322).
- Zuteilungen
Einen erneuten Zuteilungsrekord in der Summe konnte die Badenia auch in 1999 verzeichnen: Erstmals wurden 3,270 Milliarden DM (Vj: 3,051; + 7,2 %) zugeteilt und damit für wohnwirtschaftliche Maßnahmen zur Verfügung gestellt.
- Vertragsbestand
Leicht gestiegen ist der gesamte Vertragsbestand: Er betrug zum Jahresende 1.603.699 Verträge (Vj: 1.601.018; + 0,2 %); der Bausparsummenbestand stieg ebenfalls um 0,2 Prozent und erreichte 53,912 Milliarden DM (Vj: 53,787).
- Liquidität
Der Spargeldeingang liegt mit 1,598 Milliarden DM (Vj: 1,592; + 0,4 %) leicht über dem Niveau des Vorjahres.
Der steigende Darlehensbestand führte zu einer starken Zunahme der Tilgungsleistungen auf 799 Millionen DM (Vj: 718; + 11,3 %).
Der kollektive Geldausgang liegt mit 2,643 Milliarden DM (Vj: 2,652; - 0,3 %) unter dem Vorjahresergebnis. Im außerkollektiven Bereich sind insbesondere die Auszahlungen von Vorausdarlehen zu erwähnen. Sie konnten von 343 Millionen DM auf 639 Millionen DM um 86,3 Prozent deutlich gesteigert werden.
- Bilanz
Die Bauspareinlagen gingen leicht um 1,3 Prozent auf 6,770 Milliarden DM (Vj: 6,859) zurück. Der kollektive Darlehensbestand betrug 3,324 Milliarden DM (Vj: 3,364; - 1,2 %). Das Volumen der ausgereichten Vorausdarlehen stieg um 39,8 Prozent auf 1,612 Milliarden DM (Vj: 1,153). Die Zwischenkredite gingen um 6,9 Prozent auf 604 Millionen DM (Vj: 649) zurück.
Die Bilanzsumme beträgt 8,688 Milliarden DM (Vj: 8,783).
- Kreditgeschäft
Das zu bearbeitende kollektive und außerkollektive Kreditgeschäft umfasste ein Volumen von insgesamt 2,269 Milliarden DM (Vj: 2,298; - 1,3 %).
Dabei mussten lediglich 1.772 Darlehensanträge (Vj: 2.026) mit einem Volumen von 131 Millionen DM (Vj: 154) abgelehnt werden.
Mit Hilfe eines Kreditscoringsystems kann die Badenia anhand der detaillierten Kenntnisse über risikobehaftete Konstellationen bei Kreditfällen die Kreditrisiken gezielt aussteuern.
Die genehmigten Darlehen dienten der Finanzierung von:
Einfamilienhäusern im weitesten Sinne: 56 Prozent, Zwei- bis Dreifamilienhäusern: 22 Prozent, Eigentumswohnungen: 14 Prozent, Mehrfamilienhäusern: 2 Prozent, Bauplätzen: 2 Prozent, sonstigen, wie z.B. Wohnungseigentümergemeinschaften: 4 Prozent.
- Ertragslage
Wegen der im ersten Halbjahr sehr niedrigen Zinsen am Geld- und Kapitalmarkt ging der Zinsüberschuss auf 211 Millionen DM (Vj: 224; - 5,8 %) zurück.
Die Verwaltungsaufwendungen für Personal- und Sachkosten betrugen wie im Vorjahr 177 Millionen DM.
Der Personalbestand im Innendienst betrug 901 Mitarbeiter (Vj: 898).
Im Teilbetriebsergebnis sind 59 Millionen DM (Vj: 71; - 16,9 %) zu verzeichnen.
Der Jahresüberschuss nach Steuern beläuft sich auf 23,8 Millionen DM (Vj: 24; - 0,8 %). Damit ist die Badenia in der Lage, der Hauptversammlung am 24.2.2000 eine im Vergleich zum Vorjahr gleichbleibende Dividende in Höhe von 25 Prozent auf das gezeichnete Kapital vorzuschlagen.
Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG
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