Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland erleidet Einbruch

07.01.2009 | München
Der Geldvermögensbestand der privaten Haushalte dürfte Ende 2008 bei 4,49 Billionen Euro liegen, rund 110 Milliarden Euro niedriger als Ende 2007. Durch den Absturz an den Börsen ging das Geldvermögen der Deutschen damit zum zweiten Mal seit Bestehen der Bundesrepublik zurück.

Das Bruttogeldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland hat im abgelaufenen Jahr 2008 einen Rückgang von etwa 2,5 Prozent hinnehmen müssen. Nach Schätzungen von Allianz Global Investors erreichte das Bruttogeldvermögen 2008 4,49 Billionen Euro nach 4,6 Billionen Euro im Jahr 2007. Zwar sparten die privaten Haushalte 2008 deutlich mehr als ein Jahr zuvor - die Sparquote stieg von 10,8 Prozent auf geschätzte 11,4 Prozent.

Dennoch reichten die Mittel, die der Geldvermögensbildung dienten, nicht aus, um die Bewertungsverluste beim Geldvermögen auszugleichen. Damit erlitten die deutschen privaten Haushalte 2008 zum zweiten Mal seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland einen Rückgang ihres Geldvermögens. Dieser fiel zudem stärker aus als beim ersten Mal nach dem Platzen der New Economy Bubble. 2002 lag das Geldvermögen knapp ein Prozent niedriger als Ende 2001.

Termingelder als sicherer Anlagehafen

Die Finanzmarktkrise hat damit tiefe Spuren im Geldvermögensbestand der privaten Haushalte hinterlassen und das Anlageverhalten nachhaltig beeinflusst. Das negative Börsenjahr 2008 mit einem Minus von rund 40 Prozent im DAX verstärkte die ohnehin große Risikoaversion der Anleger. Bereits zum achten Mal in Folge ist Geld aus der Aktienanlage abgeflossen.

2008 wurden auch Aktienfonds von dieser Risikoscheu erfasst. Die Unsicherheiten erstreckten sich allerdings nicht nur auf diese Produkte, sondern erfassten nach der Pleite des Investmenthauses Lehman Brothers auch die Zertifikatebranche sowie die Geldmarktfonds, nachdem letztere nicht in das Garantieversprechen der Bundesregierung im Rahmen des Finanzmarktstabilisierungsgesetzes gefallen waren. Entsprechend zogen die privaten Haushalte Gelder aus diesen Anlageformen ab.

Als "sicheren Anlagehafen" wählten sie in erster Linie Termingelder, die zudem wegen gestiegener kurzfristiger Zinsen attraktiv waren. Die Anlage bei Banken fiel in einem Umfeld von massiver Verunsicherung generell kräftig aus. Auch die Anlage bei Versicherungen und Pensionseinrichtungen dürfte sich in diesem Marktumfeld u.a. wegen langfristiger Sparpläne für die Altersvorsorge gut behauptet haben. Die Zahl der Riester-Verträge nahm noch einmal um über 12 Prozent zu.

Weniger gefragt: Kapitalmarktprodukte

Mit etwa 38 Prozent liegt der weitaus größte Teil der Geldvermögen als Sicht-, Termin- und Spareinlagen sowie als Sparbriefe bei Banken. Einen so hohen Anteil verzeichnete diese Anlagekategorie zuletzt vor zehn Jahren. Demgegenüber erreicht der Anteil der Kapitalmarktprodukte derzeit nur 28 Prozent, in etwa so viel wie 1996; im Jahr 2006 hielten Bank- und Kapitalmarktanlagen noch in etwa einen gleich großen Anteil am Portfeuille der privaten Haushalte.

Die aktuellen Einbrüche bei Aktien, Aktienfonds und Zertifikaten haben diese Gewichte grundlegend verschoben. Demgegenüber konnten Versicherungen ihren Anteil auf rund 28 Prozent ausbauen und Pensionsrückstellungen ihr Gewicht weitgehend bei 6 Prozent konstant halten.

Quelle: Pressemeldung Allianz

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