HDI und Gerling in letztem Jahr vor Verschmelzung erfolgreich

31.05.2007 | Hannover
HDI mit 374 Mio. € Beitragssteigerung. Position international ausgebaut. Prämienwachstum bei GKA gegen den Markttrend. Vereintes Know-how als Wettbewerbsvorteil

Das Jahr 2006 war für die HDI Versicherungen erneut ein überaus erfolgreiches Geschäftsjahr. Mit Bruttobeitragseinnahmen von gut 4,1 (3,8) Mrd. € konnten die HDI im Schaden/Unfall-Geschäft rund 10% zulegen. Unter Einbeziehung der Ger-ling-Konzern Allgemeine (GKA) belaufen sich die Bruttobeitragseinnahmen des Geschäftsjahres 2006 im Schaden/Unfall-Geschäft auf 6,7 (6,3) Mrd. €. Wachstumsträger waren in erster Linie die HDI Industrie Versicherung AG und HDI-Gerling International. Die HDI Privat Versicherung AG dagegen hat für das Geschäftsjahr 2006 ein leichtes Beitragsminus in Kauf genommen. Dennoch konnte das Unternehmen unter dem Strich einen signifikanten Ergebnisanstieg verzeich-nen. "Die Zahlen gerade im Industriegeschäft zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind", erklärt der Vorstandsvorsitzende der HDI Versicherungen und der Ger-ling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG Dr. Christian Hinsch auf der heutigen Bilanz-Pressekonferenz. "Der Mehraufwand der Integration fordert zwar alle Mit-arbeiter auf allen Ebenen neben der Tagesarbeit ganz erheblich. Mit viel Engage-ment und persönlichem Einsatz werden die zusätzlichen Aufgaben aber ganz exzel-lent gemeistert", so Hinsch weiter. Auch die Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG (GKA) konnte im Ge-schäftsjahr 2006 gegen den Trend am Versicherungsmarkt wachsen. So erhöhten sich die gebuchten Bruttoprämieneinnahmen um 1,6% (14,1%) auf 2,54 (2,50) Mrd. €. "Ich freue mich, dass die GKA als ein gesundes Unternehmen in den Ta-lanx-Konzern eingebracht werden konnte", kommentiert Hinsch die Zahlen. HDI Industrie Versicherung AG In einem Marktumfeld, das durch einen verstärkten Wettbewerb und sinkende Preise geprägt war, konnte die HDI Industrie Versicherung AG mit einem Beitragswachstum von 10,9% auf 1.626,1 (1.465,7) Mio. € aufwarten. Das Unternehmen rangiert damit weit über dem Marktdurchschnitt. Wachstumsträger waren unter anderem die Sparten Haft-pflicht und technische Versicherungen. Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle der HDI Industrie Versicherung AG wurden zwar durch mehrere Großschäden der Sparten Feuer und Transport spürbar be-lastet. Diese Belastung konnte jedoch durch die Beteiligung der Rückversicherer kom-pensiert werden, so dass - netto - eine moderate Schadenentwicklung und der Rückgang der Nettokostenquote auch die Schaden-/Kostenquote auf 85,2 (86,7)% absinken ließ. Vor Schwankungsrückstellung wurde mit 95,1 (77,2) Mio. € ein gegenüber dem Vorjahr nochmals verbessertes versicherungstechnisches Ergebnis erzielt. Das nichttechnische Ergebnis bewegt sich mit 46,3 (47,5) Mio. € auf Vorjahresniveau, so dass das operative Ergebnis auf 141 (125) Mio. € gesteigert werden konnte. Aufgrund des Ergebnisabfüh-rungsvertrages werden 4,6 (22,2) Mio. € an die Talanx AG abgeführt. HDI Privat Versicherung AG Erneut sehr gute Ergebnisse kann die HDI Privat Versicherung AG für das Jahr 2006 vorweisen. Aufgrund der konsequent betriebenen Unternehmenspolitik, Verträge nur auf der Basis risikoadäquater Beiträge abzuschließen, musste das Unternehmen allerdings ein Abschmelzen der Beitragseinnahmen um 5,5% auf 640 (678) Mio. € hinnehmen. Zudem wirkte sich der Rückgang in der Durchschnittsprämie belastend aus. Dagegen verlief die Schadenentwicklung sehr erfreulich. So sanken die Nettoaufwendungen für Versiche-rungsfälle überproportional von 468,2 auf 395,2 Mio. €. Die Nettoschadenquote reduzier-te sich damit von 81,1% auf 71,2%. Das versicherungstechnische Ergebnis lag mit 53,5 (19,3) Mio. € deutlich über dem des Vorjahres. Trotz einer angesichts der guten Schadenentwicklung erhöhten Zuführung zur Schwankungsrückstellung in Höhe von 47,3 (43,2) Mio. € schloss die versicherungstech-nische Rechnung mit einem positiven Ergebnis ab. Das nichttechnische Ergebnis schloss mit 52,6 (62,8) Mio. € ab. Im operativen Ergebnis konnte die Gesellschaft von 82 Mio. € auf 106 Mio. € deutlich zulegen. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages wurden 58,8 (38,5) Mio. € an die Talanx AG abgeführt. HDI-Gerling International-Gruppe Die seit dem 20.12.2006 umfirmierte HDI-Gerling International Holding AG (ehemals HDI International Holding AG) ist verantwortlich für die gesamte Steuerung der im Aus-land angesiedelten Versicherungsgesellschaften mit den Marken HDI oder HDI-Gerling im Erstversicherungssegment Schaden/Unfall mit Schwerpunkt im Privatkundengeschäft. Mit einem Prämienvolumen von 1,8 (1,6) Mrd. € weisen die Bruttobeiträge der Gesell-schaften 2006 erneut ein erfreuliches Wachstum aus. Insgesamt 80% der Prämieneinnah-men resultieren aus dem Privatgeschäft; 20% aus dem Industriegeschäft. Das operative Ergebnis konnte von 83 Mio. € im Jahr 2005 auf 96 Mio. € gesteigert werden. Hervorgegangen aus der ehemaligen HDI-Auslandsabteilung ist die HDI-Gerling Interna-tional Holding AG inzwischen sehr erfolgreich in den Ländern Österreich, Italien, den Niederlanden, Spanien, Brasilien, Polen, Bulgarien und der Türkei vertreten. Bei den hier veröffentlichten Zahlen sind allerdings die Ergebnisse der Gerling-Aktivitäten in diesen Ländern noch nicht enthalten, da zum Bilanzstichpunkt 31.12.2006 rechtlich noch keine Übertragungen stattgefunden hatten. Erstmalig wird dagegen im Abschluss der Neuer-werb der HDI Sigorta A.Ş. (ehemals: IHLAS Sigorta A.Ş.) berücksichtigt. Auch im pol-nischen Markt konnte HDI-Gerling International seine Position weiter erfolgreich aus-bauen und das Vertriebsnetz stärken. Durch die zum 30.11.2006 abgeschlossene Fusion der HDI Samopomoc TU S.A. mit der ehemals erworbenen Tryg Polska TU S.A. ist das Unternehmen unter einem neuen Marktauftritt der HDI Asekuracja TU S.A. erfolgreich aktiv. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages werden 43,5 (33,1) Mio. € an die Talanx AG abgeführt. Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG Die operativen Versicherungsgesellschaften der Gerling-Gruppe - und somit auch die Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG (GKA) - wurden mit Wirkung zum 30.04.2006 durch die Talanx AG übernommen. Seit dem 14.05.2007 gehört die GKA zu 100% der Talanx. Das Beitragswachstum der GKA auf 2,54 (2,50) Mrd. € ist umso be-merkenswerter, als das Jahr aufgrund der laufenden Vorbereitungen zur Integration der Gerling-Gesellschaften in den Talanx-Konzern von zusätzlichen Herausforderungen ge-prägt war. Insbesondere in den Bereichen der industriellen Technischen Versicherung und Trans-portversicherung sowie im Segment der Firmenversicherung konnte das Beitragswachs-tum erzielt werden. Dieses Wachstum ist dabei nicht zu Lasten der Prämienqualität erfolgt, denn auch das versicherungstechnische Ergebnis konnte verbessert werden. Zu Gute kam der GKA die relativ geringe Belastung durch Großschäden in der industriellen Feuerversicherung. Ebenso gab es im vergangenen Jahr keine Schäden durch Naturkatastrophen, die die GKA belasteten. Dagegen waren in einem speziellen Haftpflichtsegment Nachreservie-rungen erforderlich. Insgesamt führte dies zwar zu einer leicht erhöhten Nettoschaden-quote von 73,2% (72,1%), doch konnte die Nettokostenquote dagegen deutlich auf 25,3% (29,4%) gesenkt werden. Dies führt zu einer kombinierten Netto-Schaden-/Kostenquote von 98,6% (101,5%) und somit zu einem positiven versicherungstechnischen Ergebnis von 22 (-25) Mio. €. Da eine Entnahme aus der Schwankungsrückstellung in Höhe von 8,0 Mio. € (Zuführung 77,5 Mio. €) erfolgte, beläuft sich das versicherungstechnische Ergebnis für eigene Rechnung auf 30,3 (-102,9) Mio. € und konnte somit deutlich verbes-sert werden. Das Ergebnis aus dem allgemeinen Geschäft lag mit 72,3 (150,6) Mio. € unterhalb des Vorjahreswertes, der von außerordentlichen Erträgen aus Wertpapiertransaktionen ge-prägt war. Insgesamt beläuft sich das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit auf 102,6 (47,8) Mio. € und konnte somit gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt werden. Auch die Ratingagenturen haben die weiteren Erfolge der GKA und die Zugehörigkeit zum Talanx-Konzern honoriert: Standard & Poor"s erhöhte ihre Einstufung für die GKA auf A+ (stable outlook) und auch A.M. Best verbesserte die Einschätzung auf A (stable outlook). Aufgrund der anstehenden Integration der GKA in den Talanx-Konzern - und hier insbe-sondere in die HDI-Gesellschaften - wurden für die geplanten Restrukturierungsmaß-nahmen entsprechende Rückstellungen gebildet, die zu einem außerordentlichen Auf-wand in Höhe von 58,6 Mio. € führten. Trotz dieser außergewöhnlichen und erheblichen Belastung konnte mit 15,9 (18,9) Mio. € wieder ein Jahresüberschuss auf Vorjahresniveau erzielt werden. Ausblick Für das laufende Jahr 2007 rechnen die HDI Versicherungen am deutschen Versiche-rungsmarkt mit einem unverändert intensiven Wettbewerb. "Diesem Wettbewerb setzen wir die Expertise von jeweils mehr als 100 Jahren Erfahrung im Industrieversicherungs-geschäft bei HDI und Gerling entgegen", kündigt Dr. Christian Hinsch, Vorstandsvorsit-zender der HDI Versicherungen und der Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG, an. Einem für 2007 erwarteten Prämienabrieb im Bestand der Sachsparten werden HDI und Gerling mit einer unverändert ertragsorientierten Zeichnungspolitik begegnen. Für die HDI Versicherungen und die Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG steht das Jahr 2007 natürlich auch im Zeichen der Integration. Nachdem der Squeeze-out abgeschlossen ist und die GKA zu 100% im Eigentum der Talanx steht, können nun die geplanten rechtlichen Integrationsschritte eingeleitet werden. Zunächst wird die GKA auf die jetzige HDI Industrie Versicherung AG verschmolzen. Danach werden die vereinten Versicherungsverträge und Geschäftsanteile, die nicht zum Industriegeschäft gehören, entsprechend ihrer Segmentierung auf die HDI-Gerling Firmen und Privat AG, die HDI Direkt Versicherung AG sowie HDI-Gerling Rechtsschutzversicherung AG übertragen. Ferner werden im Ausland Teile des Geschäfts auf die jeweiligen Gesellschaften der HDI-Gerling International Holding AG übertragen. Im Inland wird das Gerling-Industriegeschäft in die vorhandene Niederlassungsstruktur der HDI integriert, während das Gerling-Firmen- und Privatgeschäft in der bestehenden Gerling-Struktur weitgehend unverändert fortgeführt wird. In allen Bereichen wird alles darauf ausgerichtet, trotz der Integration ein hohes Level an Servicebereitschaft aufrecht-zuerhalten. Die Veränderungen in den Niederlassungen sollen rechtzeitig vor der Erneue-rungsphase 2007/2008 beendet sein.

Quelle: Pressemeldung HDI-Gerling Sach Serviceholding AG

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