Marktkommentar: Langfristig in Wachstumsmärkte investieren
Der von vielen Anlegern gefürchtete Herbst zeigte sich bisher von seiner sonnigen Seite. Seit der Trendwende im März haben die Aktienmärkte eine eindrucksvolle Rallye hingelegt, die nur durch eine Korrekturphase im Juni unterbrochen wurde. Wie es weitergeht, muss die gerade begonnene Berichtssaison zeigen.
Trotz einiger positiver Unternehmensnachrichten, vor allem aus dem Technologiesektor, stellten die Ausblicke einiger Banken klar, dass die Finanzkrise noch lange nicht überwunden ist. Es drohen weiterhin hohe Abschreibungen, die durch das gut laufende Investment Banking kompensiert werden müssen. Ein Stimmungsumschwung an den Kapitalmärkten käme daher ziemlich unpassend.
2010 moderate Konjunkturerholung
Von der volkswirtschaftlichen Seite fehlte es in Europa und den USA zuletzt an Beweisen, die auf eine kräftige Wirtschaftserholung schließen lassen. Daher ist mit Blick auf 2010 nur von einem moderaten Konjunkturaufschwung auszugehen. Für die Börse nicht zwangsläufig ein schlechtes Szenario, da die Inflation zunächst niedrig bleiben dürfte und die lockere Geldpolitik anhalten könnte. Die unattraktive Verzinsung von Alternativanlagen käme außerdem weiter den Aktien zugute. Bei deren Auswahl sollten auf dem erhöhten Niveau Gesellschaften mit guter Substanz sowie hohen und nachhaltigen Dividenden erste Wahl sein. Denn die Qualität gewinnt an Bedeutung, wenn sich die positiven wirtschaftlichen Erwartungen nicht einstellen sollten.
Asiatische Volkswirtschaften mit Potenzial
Wesentlich attraktiver als die Industrieländer erscheinen uns langfristige Aktienengagements in den Schwellenländern, da diese ein robustes Wirtschaftswachstum aufweisen. Im Gegensatz zu den durch Rezession und ausufernde Staatsverschuldung geschwächten Industrieländern entfalten insbesondere die asiatischen Volkswirtschaften hohe Wachstumsdynamik. Selbst im schwierigen laufenden Jahr rechnen Experten mit einem Wachstum von 5,5 Prozent, für das kommende Jahr werden 7 Prozent Zuwachs prognostiziert.
Gute Voraussetzungen für die Zukunft
Langfristig wird der Anteil Asiens an der Weltwirtschaft voraussichtlich wieder die bereits im 19. Jahrhundert gehaltene Spitzenstellung einnehmen. Neben dem rasanten Bevölkerungswachstum, das eine enorme Konsumnachfrage mit sich bringt, stellen die geringe Verschuldung sowie hohe Devisenreserven gute Voraussetzungen für die Zukunft dar. Zudem führen die unterschiedlichen Industrialisierungsniveaus zu einem verstärkten innerasiatischen Handel und regionaler Arbeitsteilung Neben den Wirtschaftsgiganten China und Indien können daher auch zunehmend Länder der ASEAN-Staaten wie zum Beispiel Indonesien oder Vietnam profitieren.
Langfristig investieren
Für den Aktienanleger ist es wichtig, die hervorragenden Aussichten Asiens durch langfristige Investitionen zu nutzen und sich auf dem langen Weg nicht durch die überdurchschnittlichen Kursschwankungen irritieren zu lassen. Besonders geeignet erscheinen uns Investmentfonds, wie zum Beispiel der Templeton Asian Growth Fund, die in die gesamte asiatische Region investieren und ihre Schwerpunkte in den unterschiedlichen Ländern und Branchen entsprechend der aktuellen Lage variieren.
Autor: Michael Schürmann
Quelle: Pressemeldung Delta Lloyd Deutschland AG
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