NORD/LB steigert Betriebsergebnis trotz Finanzkrise

06.03.2008 | Hannover/Braunschweig
Die NORD/LB Norddeutsche Landesbank hat im Geschäftsjahr 2007 ihr Betriebsergebnis trotz der angespannten Lage auf den internationalen Finanzmärkten erneut steigern können. Insbesondere die Zins- und Provisionserträge legten deutlich zu. Dies geht aus dem Jahresabschluss des NORD/LB Konzerns für das Geschäftsjahr 2007 nach HGB hervor.

Demzufolge konnte das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge und Bewertung auf 642,4 Mio. Euro gesteigert werden und lag damit um 5,7 Prozent über dem Vorjahreswert (607,5). Auch vor Risikovorsorge und Bewertung verbesserte sich das Betriebsergebnis mit 783,2 (771,2) Mio. Euro leicht gegenüber dem Vorjahr. Ihren IFRS-Abschluss wird die NORD/LB bei ihrer Bilanzpressekonferenz am 6. Mai vorlegen.

"Die NORD/LB hat trotz des schwierigen Bankenjahres ihre Planziele nahezu erreichen können. Die Träger werden deshalb für 2007 wieder eine Dividende von 15 Prozent erhalten", erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende und Niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring. Die Geschäftszahlen für das Jahr 2007 bekräftigten, dass die NORD/LB "ein tragfähiges Geschäftsmodell" habe. "Auch deshalb besteht kein Anlass, die Beteiligungsverhältnisse der Bank zu verändern. Die Träger haben bisher alle für die Weiterentwicklung der Bank notwendigen Schritte einmütig konzipiert und umgesetzt. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern", so Möllring.

Gutes operatives Konzernergebnis für 2007

Insbesondere im operativen Geschäft legte der NORD/LB Konzern im zurückliegenden Geschäftsjahr laut HGB-Abschluss deutlich zu. Der Zinsüberschuss stieg um 9,4 Prozent auf 1.438,6 (1.314,5) Mio. Euro. Der Provisionsüberschuss kletterte um 11,3 Prozent auf 187,9 (168,8) Mio. Euro. Der Handelsüberschuss aus Finanzgeschäften belief sich - stark beeinflusst durch die Verwerfungen an den Kapitalmärkten - auf 33,6 (58,0) Mio. Euro. Die Verwaltungsaufwendungen lagen insgesamt bei 909,4 (857,8) Mio. Euro. Darin enthalten sind Kosten für temporäre Sonderprojekte zur Umsetzung von Basel II, IFRS und MiFid. Der Personalaufwand konnte erneut gesenkt werden und liegt bei 457,6 (463,8) Mio. Euro. Das sonstige betriebliche Ergebnis belief sich auf 32,5 (87,7) Mio. Euro. Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge und Bewertung erreichte 783,2 (771,2) Mio. Euro und konnte damit trotz angespannter Marktsituation leicht verbessert werden.

Weil insbesondere wegen der konjunkturellen Entwicklung im zurückliegenden Geschäftsjahr mehr Risikorückstellungen aufgelöst werden konnten als neu geschaffen werden mussten, erreichte die Position Risikovorsorge mit 7,1 (-42,7) Mio. Euro einen positiven Saldo. Das Bewertungsergebnis belief sich auf -147,9 (350,4) Mio. Euro. Insbesondere die internationale Finanzkrise wirkte sich hier mit rund -210 Mio. Euro aus. Angesichts der angespannten Lage an den Kapitalmärkten schätzt die NORD/LB diesen Wert nach wie vor als vergleichsweise überschaubar und für die Bank verkraftbar ein. Die relativ geringe Belastung durch die aktuellen Marktverwerfungen ist auch darauf zurückzuführen, dass die NORD/LB kein Subprime-bezogenes Geschäft im Portfolio hat und damit nur indirekt von der US-Hypothekenkrise betroffen ist. (Der hohe Vorjahreswert war geprägt durch Sondereffekte durch Anteilsverkäufe (Landesbank Berlin, LHI), die wiederum zur Stärkung der allgemeinen Bankreserven verwendet worden waren.) Das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge und Bewertung für das Geschäftsjahr 2007 konnte deshalb um 5,7 Prozent gesteigert werden und erreichte 642,4 (607,5) Mio. Euro. Hierbei sind Settlement-Schwierigkeiten aus einem Kundengeschäft als Rückstellung mit einem Volumen von 82,5 Mio. Euro bereits berücksichtigt.

Der Return-on-Equity für das Jahr 2007 verbesserte sich auf 12,6 (11,6) Prozent. Die Cost-Income-Ratio lag bei 53,7 (52,7) Prozent. Das Geschäftsvolumen des Konzerns stieg um 6,0 Prozent auf 250,4 (Jahresultimo 2006: 236,3) Mrd. Euro, die Bilanzsumme legte im gleichen Zeitraum um 5,1 Prozent auf 213,5 (203,1) Milliarden Euro zu. Das Kreditvolumen lag mit 171,8 (166,4) Mrd. Euro ebenfalls über dem Vorjahresniveau.

Rehm kündigte an, dass die NORD/LB bei ihrer Bilanzpressekonferenz am 6. Mai ihren Jahresabschluss und den Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2007 erstmals auf IFRS vorlegen werde. Auf die aufsichtsrechtliche Kernkapitalquote werde die Umstellung auf IFRS keine Auswirkungen haben; sie bleibe bei 7 Prozent.

NORD/LB will Nordosteuropa-Geschäft weiter ausbauen

"Unser Geschäftsmodell hat sich auch unter schwierigsten Marktbedingungen bewährt", erklärte der Vorstandsvorsitzende der NORD/LB, Dr. Hannes Rehm. "Steigende Erträge, eine optimierte Risikosteuerung und eine gute Diversifizierung unserer Ertragsquellen tragen dazu bei, dass wir die Auswirkungen der Finanzkrise gut abfedern können. Deshalb konnten wir unser gutes Vorjahresergebnis sogar übertreffen", betonte Rehm. "Auch für das kommende Jahr sehen wir eine Wachstumsperspektive bei den operativen Erträgen."

Das gelte auch für das erfolgreiche Nordosteuropa-Geschäft der Bank DnB NORD. Dieses Joint Venture mit der größten norwegischen Finanzgruppe DnB NOR wachse dynamisch. Innerhalb von drei Jahren habe die gemeinsame Nordosteuropa-Bank ihre Bilanzsumme auf über 9 Mrd. Euro verdoppeln können, das Vorsteuerergebnis sei im Vergleich zum Vorjahr um gut 80 Prozent auf 72,5 Mio. Euro gesprungen. "Die Kooperation ist erfolgreich und zukunftsgerichtet", betonte Rehm. Das Joint Venture solle daher gemeinsam mit den norwegischen Partnern weiter ausgebaut werden.

NORD/LB erwartet weiterhin gesundes Neugeschäft

Die NORD/LB geht davon aus, dass das erste Halbjahr des laufenden Jahres auch weiterhin durch eine schwierige Lage auf den Finanzmärkten geprägt sein wird. Gleichwohl erwarte die Bank weiterhin ein gesundes Neugeschäft, betonte Rehm.

Quelle: Pressemeldung NORD/LB Norddeutsche Landesbank Girozentrale

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