Schwaches Mittelaufkommen am deutschen Rentenmarkt im März 2010
Demgegenüber konnten gebietsfremde Emittenten Schuldtitel für netto 6,3 Mrd € am hiesigen Markt absetzen. Im Ergebnis nahm damit der Umlauf von Schuldverschreibungen in Deutschland im März um 10,1 Mrd € zu.
Der Umlauf von Schuldtiteln inländischer Unternehmen erhöhte sich im März mit 6,0 Mrd € stärker als im Vormonat (4,7 Mrd €). Hierbei handelte es sich größtenteils um auf Euro lautende Schuldverschreibungen (5,3 Mrd €) mit Laufzeiten größtenteils über einem Jahr. Auf nichtfinanzielle Unternehmen entfielen hiervon Nettoemissionen in Höhe von 0,8 Mrd €, während finanzielle Unternehmen ohne Banklizenz Schuldverschreibungen für 4,5 Mrd € absetzten.
Die heimischen Kreditinstitute setzten im März den Abbau ihrer Kapitalmarktverschuldung fort, der im Dezember 2008 begonnen hatte. Im Ergebnis tilgten sie eigene Anleihen für 2,4 Mrd €. Dabei führten sie vor allem den Umlauf der flexibel gestaltbaren Sonstigen Bankschuldverschreibungen sowie der Öffentlichen Pfandbriefe zurück (8,8 Mrd € bzw. 4,1 Mrd €). Hingegen emittierten die Spezialkreditinstitute, zu denen die öffentlichen Förderbanken zählen, Anleihen im Umfang von netto 8,0 Mrd €. Hypothekenpfandbriefe wurden für 2,5 Mrd € am deutschen Markt abgesetzt.
Die öffentliche Hand nahm den Rentenmarkt im März mit 0,2 Mrd € nur geringfügig in Anspruch (Februar: 19,8 Mrd €). Dabei reduzierte der Bund seine Kapitalmarktverschuldung um 2,6 Mrd €. Er tilgte vor allem zweijährige Schatzanweisungen sowie Unverzinsliche Schatzanweisungen (8,6 Mrd € bzw. 3,8 Mrd €), in geringem Umfang auch 30-jährige Anleihen (0,1 Mrd €). Dem standen Nettoemissionen von fünfjährigen Obligationen (5,8 Mrd €) und zehnjährige Anleihen (4,2 Mrd €) gegenüber. Die Länder nahmen am deutschen Rentenmarkt im März Mittel für netto 2,8 Mrd € auf.
Als Erwerber traten am deutschen Rentenmarkt im März vor allem heimische Kreditinstitute in Erscheinung. Sie nahmen Schuldverschreibungen per saldo für 7,9 Mrd € in ihr Portfolio, dabei handelte es sich größtenteils um inländische Titel (6,1 Mrd €). Daneben engagierten sich heimische Nichtbanken in Höhe von 2,5 Mrd € in zinstragenden Papieren, hierbei handelte es sich im Ergebnis ausschließlich um ausländische Titel. Demgegenüber trennten sich ausländische Investoren von deutschen Rentenwerten im Umfang von 0,3 Mrd €.
Aktienmarkt
Am deutschen Aktienmarkt wurden mit 5,2 Mrd € im Berichtsmonat deutlich mehr Aktien inländischer Unternehmen begeben als im Vormonat (0,1 Mrd €). Dabei handelte es sich fast ausschließlich um börsennotierte Werte. Zudem erhöhte sich der Bestand an ausländischen Aktien am deutschen Markt um 1,9 Mrd €. Erworben wurden Aktien per saldo überwiegend von heimischen Kreditinstituten, die ihre Portfolios um Dividendentitel für 4,3 Mrd € erweiterten. Dabei handelte es sich größtenteils um inländische Papiere. In geringerem Umfang (0,6 Mrd €) erwarben auch gebietsansässige Nichtbanken Dividendenpapiere, wobei es sich im Ergebnis ausschließlich um ausländische Titel handelte. Ausländische Investoren kauften Aktien für 2,2 Mrd €.
Investmentfonds
Inländische Investmentfonds verzeichneten im März erneut Mittelzuflüsse in Höhe von 5,3 Mrd €. Hiervon profitierten vor allem die institutionellen Anlegern vorbehaltenen Spezialfonds (3,8 Mrd €). Unter den Publikumsfonds konnten Gemischte Wertpapierfonds neue Anteile für 0,7 Mrd € absetzen. Neue Mittel flossen auch Rentenfonds, Gemischten Fonds (je 0,5 Mrd €) und Offenen Immobilienfonds (0,4 Mrd €) zu. Hingegen mussten Geldmarktfonds sowie Aktienfonds Anteilscheine zurücknehmen (0,5 Mrd € bzw. 0,4 Mrd €). Ausländische Gesellschaften setzten im März Anteile in Höhe von 2,9 Mrd € am deutschen Markt ab. Auf der Erwerberseite standen heimische Nichtbanken im Vordergrund, die Fondsanteile für 10,2 Mrd € in ihre Portfolios aufnahmen. Dabei handelte es sich größtenteils um inländische Anteile. Auch ausländische Investoren erwarben Investmentzertifikate für 0,6 Mrd €. Dem standen Nettoveräußerungen der heimischen Kreditinstitute in Höhe von 2,6 Mrd € gegenüber, die sich im Ergebnis ausschließlich von inländischen Fondsprodukten trennten.
Quelle: Pressemeldung Deutsche Bundesbank
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