Verbraucherschutz in die Finanzaufsicht!

13.09.2010 | Berlin
Die Bundesregierung muss die Finanzaufsicht zügig reformieren und den Verbraucherschutz dabei effektiv verankern. Das fordern der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in einer gemeinsamen Erklärung, der sich 51 Organisationen und Einzelpersonen angeschlossen haben.

Um systematischen Problemen wie dem Verkaufs- und Provisionsdruck bei Bankmitarbeitern oder Fehlentwicklungen im Markt zu begegnen, sei eine verbraucherorientierte Reform der Finanzaufsicht unumgänglich. An diesem Mittwoch jährt sich zum zweiten Mal die Pleite der US-Bank Lehman-Brothers.

Auch zwei Jahre nach Ausbruch der Krise sind Verbraucherinnen und Verbraucher im Finanzmarkt unzureichend geschützt. Rund drei Viertel der wahlberechtigten Bundesbürger sind der Meinung die Regierung habe seit Beginn der Finanzkrise "eher wenig" oder "sehr wenig" getan, um die Sicherheit für Verbraucher im Finanzmarkt zu verbessern. Das ergab eine repräsentative Umfrage vom Mai dieses Jahres im Auftrag des vzbv. Fast 80 Prozent der Befragten waren dafür, dass sich eine zentrale staatliche Institution künftig aktiv um den Verbraucherschutz im Finanzmarkt kümmern soll.

"Die Bundesregierung muss jetzt Nägel mit Köpfen machen. Ohne eine verbraucherorientierte Reform der Finanzaufsicht bleiben viele Einzelmaßnahmen zum Anlegerschutz ohne Durchschlagskraft. Es gibt ein großes Informationsgefälle zwischen Anbietern und Kunden. Das lässt sich nur ausgleichen, wenn die Kontrollbehörde den Banken und Finanzvermittlern auf die Finger schaut", so Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes.

"Ein fairer Umgang mit den Verbrauchern setzt für Gewerkschaften immer auch einen fairen Umgang mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Finanzinstituten voraus. Provisionsdruck, unmenschliche Verkaufsvorgaben und Psychodruck führen dazu, dass eine verbrauchergerechte Anlageberatung kaum möglich ist. Das muss jetzt unterbunden werden. Ebenso die Tatsache, dass Bankmanager die variablen Gehaltsbestandteile in immer höhere Höhen treiben und somit die Abhängigkeit der Beschäftigten von Provisionszahlungen massiv erhöhen", erklärt Claus Matecki, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

Deutschland darf effektive EU-Aufsicht nicht blockieren

Auch europarechtlich ist eine verbraucherorientierte Reform der Finanzaufsicht geboten. EU-Parlament und Kommission haben sich vergangene Woche auf Vorschläge zum Europäischen System für die Finanzaufsicht (ESFS) verständigt. Diese sehen den Schutz der Verbraucher ausdrücklich vor. Geplant ist außerdem, europäische und nationale Kontrollbehörden stärker zu vernetzen. Um europaweit ein abgestimmtes aufsichtsrechtliches Handeln zu gewährleisten, ist es erforderlich, auch in Deutschland den Verbraucherschutz in der Finanzaufsicht zu verankern.

Quelle: Pressemeldung Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.

Dieser Beitrag wurde bisher 58 mal gelesen.
(Rang 1124 auf investmentbanking-news.de)

Klicken Sie hier um zum Anfang der Seite zu gelangen.

Weitere News

Keine neuen Belastungen für Wormser Unternehmen

329 mal gelesen. Rang 23 auf investmentbanking-news.de.

02.11.2011 | Wensch: Pläne zur Gestaltung des kommunalen Entschuldungsfonds verschärfen Wettbewerbssituation

weiter in Keine neuen Belastungen für Wormser ...

ABO Wind bietet für weitere 5 Millionen Euro Genussrechte an

320 mal gelesen. Rang 26 auf investmentbanking-news.de.

18.10.2011 | Bereits seit sieben Jahren investieren Anleger mit Beträgen ab 2.500 Euro bei ABO Wind in die Vorfinanzierung...

weiter in ABO Wind bietet für weitere 5 ...

"Wir suchen nach langfristigen Investitionen mit stabilen und berechenbaren Renditen"

389 mal gelesen. Rang 14 auf investmentbanking-news.de.

08.06.2011 | Paul Achleitner, Mitglied des Vorstandes, in einem Interview über die Infrastrukturinvestments der Allianz und...

weiter in "Wir suchen nach langfristigen ...

Hauptversammlung der SAP beschließt Tagesordnung mit großer Mehrheit

25.05.2011 | Die Hauptversammlung der SAP AG hat heute allen Tagesordnungspunkten mit großer Mehrheit zugestimmt.

weiter in Hauptversammlung der SAP beschließt ...



Aktuelles

Keine neuen Belastungen für Wormser Unternehmen

Wensch: Pläne zur Gestaltung des kommunalen...

weiter ...

ABO Wind bietet für weitere 5 Millionen Euro Genussrechte an

Bereits seit sieben Jahren investieren Anleger mit Beträgen...

weiter ...

Archiv

Onlinebanking birgt Gefahren

Viren, Trojaner und Phishing machen vor allem im Hinblick...

weiter ...

Caprolactam- Fabrik in Ludwigshafen feiert 50- jähriges Jubiläum

BASF weltweit größter Hersteller von Caprolactam...

weiter ...

Verschiedenes

BITKOM fordert bessere Bedingungen für Firmengründer

Hightech-Verband unterstützt "Gründerwoche Deutschland"...

weiter ...

Festgeld: Rückzug in die Sicherheit

Die Festgeld Anbieter freuen sich in der Zeit der...

weiter ...