Aktien handeln – die wichtigsten Hinweise für Einsteiger

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Aktien handeln war lange Zeit etwas, das eher den Börsenhändlern und den erfahrenen Anlegern vorbehalten war. In Zeiten der Online-Broker hat sich hier jedoch viel getan. Für den Start in den Aktienhandel sollten Anleger dennoch einige Hinweise beachten.

Der Einstieg in den Aktienhandel – warum er gar nicht so schlimm ist

Aktien scheinen für alle, die bisher mit den Geldanlagen noch nichts zu tun hatten, erst einmal eine große Herausforderung zu sein. Wer sich jedoch die Zeit nimmt und damit beginnt, sich in Ruhe mit dem Thema zu beschäftigen, der wird schnell feststellen, dass es gar nicht so schwer ist, einen Einstieg zu finden und sich ein Bild vom Handel zu machen.

Tatsächlich gilt es jedoch, noch viele potentielle Anleger von diesen Vorteilen zu überzeugen, denn tatsächlich sind viele der Anleger in Deutschland echte Muffel, was die Aktien angeht. Das Geldvermögen der Haushalte in Deutschland liegt bei über 5 Billionen Euro. Der große Teil davon befindet sich allerdings eher bei Termingeldern und Sparkonten, die als sichere Geldanlage gelten, dabei aber eher eine geringe Rendite zu bieten haben. Die Sicherheit hat jedoch noch einen hohen Stellenwert.

Tatsächlich haben gerade einmal knapp 9 Millionen der Bundesbürger überhaupt Aktien und das ist noch relativ wenig. Um dies zu ändern, gibt es seit drei Jahren den „Tag der Aktie“. Dieser wird dafür genutzt, um Privatanleger davon zu überzeugen, ihr Glück bei der Aktie zu versuchen und so vielleicht eine deutlich höhere Rendite für ihr Kapital zu erhalten. An diesem besonderen Tag können Dax-Aktien sowie verschiedene Indexfonds an der Frankfurter Börse kostenlos in Anspruch genommen werden. Zwar ist die Aktion nur einmal im Jahr, dennoch weckt sie die Aufmerksamkeit und fördert das Interesse.

Aktien handeln, wo investieren, wann verkaufen? Für den Start in den Aktienhandel sollten Anleger dennoch einige Hinweise beachten. (#1)

Aktien handeln, wo investieren, wann verkaufen? Für den Start in den Aktienhandel sollten Anleger dennoch einige Hinweise beachten. (#1)

Das Wertpapierdepot auswählen – zwischen Hausbank und Broker

Um Aktien handeln zu können, braucht es erst einmal ein Wertpapierdepot. Das ist di erste Hürde, die in Angriff genommen werden muss und sich schnell als gar nicht so schwierig herausstellt. Wer keinen großen Aufwand möchte, der kann einfach zur Hausbank gehen und sich hier ein Depot einrichten lassen.

Um direkt beim Einstieg jedoch sparen zu können, lohnt sich der Blick auf die Angebote der Direktbanken sowie der Broker im Netz. Der Online-Handel für Aktien ist generell sehr gut aufgestellt und es gibt eine große Auswahl an Brokern, die für Anleger ein interessantes Portfolio zu bieten haben.

Neben Aktien werden auch Fonds zum Investieren angeboten. Die Höhe der Kosten für ein Depot bei einem Broker können schwanken. Einige Broker bieten das Depot sogar komplett kostenfrei an. Andere nehmen Gebühren oder bitten zur Kasse, wenn man über einen längeren Zeitraum hinweg nicht aktiv ist. Tatsächlich klingt das nach deutlich mehr Aufwand, als es eigentlich ist.

Und immer wieder zeigt sich, dass sich eben dieser Aufwand lohnt. Darauf verweist auch die Statistik. In der Vergangenheit ist deutlich geworden, dass die Renditen in den letzten 20 Jahren bei jährlich bis zu 9% gelegen haben. Im Vergleich dazu zeigen sich Sparkonten mit jährlichen Verzinsungen von teilweise nur 0,1%. Natürlich ist das Risiko beim Aktienhandel deutlich höher. Wer jedoch ein gutes Money-Management betreibt, der kann es senken.

Das Risikomanagement als einer der wichtigsten Faktoren

Das Zauberwort, um sein Risiko besonders gering zu halten, ist das richtige „Money-Management“. Es geht darum, dass Anleger ihr Kapital genau im Blick behalten und in diesem Rahmen dann agieren. Grundsätzlich sollte immer für eine breite Streuung gesorgt werden. Das heißt, es ist wichtig, nicht alles auf eine Aktie zu setzen, sondern dieses zu verteilen. Experten empfehlen, nicht mehr als 10% des eigenen Kapitals zu investieren und dieses so zu verteilen, dass es auf mehreren Aktien liegt.

Hier ist das Ziel, dass die Einnahmen aus den einen Aktien mögliche Verluste einer anderen Aktie auffangen können. Wer sich nicht die Mühe machen möchte, sich auf die Suche nach erfolgreichen Aktien zu machen, der kann auch in Fonds investieren. Hier sind gleich mehrere Aktien zusammengefasst und es erfolgt automatisch eine Risikoverteilung. Allerdings sollte man auch einen Vergleich der einzelnen Fonds durchführen, da es hier teilweise große Unterschiede bei den Kosten, dem Risiko und den Renditen gibt. Bevor es ans Investieren geht ist es also wichtig, nicht nur ein Wertpapierdepot einzurichten, sondern auch einige wichtige Punkte zu beachten.

Das A und O ist ein gutes Risikomanagement. Beim investieren in Fonds erfolgt automatisch eine Risikoverteilung, durch das Zusammenfassen mehrerer Aktien. (#2)

Das A und O ist ein gutes Risikomanagement. Beim investieren in Fonds erfolgt automatisch eine Risikoverteilung, durch das Zusammenfassen mehrerer Aktien. (#2)

Die besten Tipps für den Einstieg in den Aktienhandel

Aktien handeln ist ein Risiko, das jedoch auch einen sehr hohen Gewinn nach sich ziehen kann. Dennoch handelt es sich hierbei um ein Spiel mit dem Feuer an der Börse. Für Anleger gibt es einige wichtige Tipps, die gerade beim Start mit dem Handel beachtet werden sollten. Dazu gehören:

1. Informationen über das Unternehmen einholen

Der Blick an die Börse ist gemacht, man hat sich einige Aktien ausgewählt und nun soll investiert werden. Allerdings ist es ganz besonders wichtig, sich vor der Anlage noch mit dem Unternehmen zu beschäftigen und die Konkurrenz-Situation auszuloten. So lässt sich ungefähr abschätzen, wie sich ein Unternehmen entwickeln kann. Auch das Risiko ist auf diese Weise einfacher abzuschätzen.

2. Mit Spielgeld starten

Viele Broker stellen ihren Kunden ein Demokonto zur Verfügung. Dieses ermöglicht einen Zugriff auf die Aktien und den Handel an der Börse, jedoch nur nachgestellt. Gearbeitet wird dabei mit Spielgeld, das eigene Kapital wird nicht angegriffen. So bekommen Anleger erst einmal ein Gefühl für die Börse und lernen abzuschätzen, wie sich eine Aktie entwickeln kann. Das sogenannte Musterdepot ist normalerweise kostenfrei und kann häufig auch für unbegrenzte Zeiträume genutzt werden.

Lassen Sie sich ein Demokonto zur Verfügung stellen. Hier wird der Aktienhandel an der Börse nachgestellt. Gearbeitet wird dabei mit Spielgeld, das eigene Kapital wird nicht angegriffen. (#3)

Lassen Sie sich ein Demokonto zur Verfügung stellen. Hier wird der Aktienhandel an der Börse nachgestellt. Gearbeitet wird dabei mit Spielgeld, das eigene Kapital wird nicht angegriffen. (#3)

3. Das Geld erst einmal abschreiben

Für die Investition in Aktien ist es die beste Lösung, das hier investierte Geld zu vergessen. Das bedeutet, dass man lieber von einem Verlust ausgehen sollte. Dieser Verlust kann eintreten, muss aber nicht. Dennoch lebt es sich leichter, wenn man davon ausgeht, das Geld verloren zu haben. Daher sollten Anleger niemals Geld investieren, das sie eigentlich anderweitig brauchen. Es ist falsch zu denken, dass Geld würde sich innerhalb einer kurzen Zeit vermehren und könnte auf diese Weise für den Kauf von einem Auto oder einer anderen Investition verwendet werden. Wer davon ausgeht, der läuft Gefahr, sein Kapital zu verlieren und dann möglicherweise ohne Geld dazustehen.

Ganz wichtig: Einige Anleger beginnen damit, sich erst einmal einen Kredit zu holen und dann zu investieren. Das ist einer der größten Fehler, der gemacht werden kann. Gerade durch das hohe Risiko, das bei Aktien vorhanden ist, kann es hier schnell zum Aufbau von echten Schuldenbergen kommen.

4. Langfristig Aktien handeln

Während beispielsweise der Handel mit binären Optionen auf sehr kurze Laufzeiten ausgelegt ist, sollte das Aktien handeln langfristig geplant werden. Aktien werfen nur auf die Dauer wirklich viel Geld ab und wenn von einer längeren Dauer die Rede ist, dann handelt es sich hierbei um mehrere Jahre und teilweise auch um mehrere Jahrzehnte. Damit ist also jede Menge Geduld gefragt. Dies sollte man sich vor der Anlage bewusst machen.

5. Der Einsatz von Limits für die Order

Viele Einsteiger wissen gar nicht, dass es die Möglichkeit gibt, Limits zu setzen. Das bedeutet, man kann vorher festlegen, wo der Mindestkurs liegt und wo der Höchstkurs angesetzt werden soll. Erst dann, wenn dies eingetroffen ist, passiert auch was im eigenen Depot. Starke Kursschwankungen können verunsichern und zu falschen Handlungen führen. Wer sich schon von Anfang an darüber bewusst ist, was er bereit ist, zu riskieren und zu investieren, der kann mit den Limits nichts verkehrt machen.

Setzen Sie Limits! Legen Sie schon vorher fest, wo der Mindestkurs liegt und wo der Höchstkurs angesetzt werden soll. (#4)

Setzen Sie Limits! Legen Sie schon vorher fest, wo der Mindestkurs liegt und wo der Höchstkurs angesetzt werden soll. (#4)

6. Die Gebühren gering halten

Wie bereits kurz angesprochen, ist es natürlich ganz besonders einfach, ein Depot bei der eigenen Hausbank zu eröffnen. Wer jedoch auf die Dauer Gebühren sparen möchte, der sollte davon absehen und lieber bei den Direktbanken oder bei einem Broker schauen. Was sind die Unterschiede? Dadurch, dass diese Anbieter keine Filialen haben und oft auch keine direkte Kundenbetreuung anbieten, wird viel Geld gespart. Das gesparte Geld wird auf die Anleger umgelegt. Diese haben den Vorteil, dass sie ihr Depot kostenfrei führen können und dazu auch noch geringe Transaktionskosten haben.

Auch wenn die Kosten pro Transaktion bei der Bank erst einmal niedrig klingen, so ist dennoch nicht zu unterschätzen, wie diese sich summieren können. Gerade am Anfang, wenn die Gewinne noch relativ gering sind, ist es ärgerlich, wenn diese dann durch die Kosten ganz verschwinden.

7. Mit klaren Zielen arbeiten

In kaum einem Bereich ist es so wichtig, sich Ziele zu setzen, wie beim Handel mit Aktien. Denn nur wer Rendite-Ziele hat, der fängt auch an, sich Gedanken darüber zu machen, wie sich diese umsetzen lassen. Das beginnt bereits bei der Frage, welche Höhe die Rendite in einem bestimmten Zeitraum haben soll. Steht die Höhe fest, dann kann man damit anfangen, sich Gedanken darüber zu machen, wie sich das Ziel erreichen lässt.

Ganz wichtig ist es: Begonnen wird mit kleinen Zielen, die sich nach und nach immer mehr steigern lassen. Zudem sollte man dankbar dafür sein, wenn man sein Ziel erreicht hat. Dies ist keine Selbstverständlichkeit. Viele Anleger machen den Fehler, dass sie nach dem ersten erreichten Ziel das Gefühl haben, alles schaffen zu können und die Gier zunimmt. Das kann schnell in die gegenteilige Richtung gehen. Wer zu gierig agiert, der verliert schneller sein Kapital, als man damit rechnen kann.

Setzen Sie sich Ziele: Denn nur wer Rendite-Ziele hat, der fängt auch an, sich Gedanken darüber zu machen, wie sich diese umsetzen lassen. (#5)

Setzen Sie sich Ziele: Denn nur wer Rendite-Ziele hat, der fängt auch an, sich Gedanken darüber zu machen, wie sich diese umsetzen lassen. (#5)

8. Das Depot durchdacht zusammenstellen

Natürlich ist es verlockend, in seinem Depot direkt an die Börse zu gehen und damit zu beginnen, zu handeln. Mit Aktien handeln ist allerdings ein Punkt, der in seiner Bedeutung nicht unterschätzt werden sollte. Empfehlenswert ist es, ein Depot zu entwickeln, das individuell zusammengestellt ist. Das Kapital basiert in diesem Depot auf mehreren Aktien.

Die Mischung der Aktien sollte sich nicht nur bei den Unternehmen unterscheiden, sondern auch bei der Branche. Es ist durchaus wichtig, den Blick über den Ozean zu wagen und auch bei internationalen Aktien zu schauen, was diese so zu bieten haben. Auch wenn es gerade am Anfang schwer ist, sich mit Aktien vertraut zu machen, zu denen man keinen Bezug hat, so können gerade diese für viel Erfolg sorgen.

9. Vor dem Depot ist nach dem Depot

Wenn das Depot erst einmal steht, dann bedeutet dies nicht, dass sich der Anleger zurücklehnen kann. Stattdessen beginnt nun erst einmal die ganze Arbeit, denn immerhin ist es nun notwendig, die Entwicklung im Blick zu behalten und zu schauen, wie das Depot noch verbessert werden kann. Ganz wichtig ist es, sich mit der Wirtschaft zu beschäftigen, da diese einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Aktien hat. Analysen können dabei helfen abzuschätzen, wo Handlungsbedarf besteht.

10. Fallende Aktien sind keine gute Investition

Einige Anleger schwören darauf, dass Aktien in erster Linie dann gekauft werden sollten, wenn sie fallen. Das kann gut gehen, muss es aber nicht und genau, weil es das eben nicht muss, sondern sich eher in die falsche Richtung entwickelt, sollten Anleger darauf verzichten. Einsteiger haben vielleicht irgendwo einmal den Tipp gehört, fallende Aktien zu kaufen. Das klingt logisch, denn was fällt, das steigt auch wieder? Das ist durchaus richtig. Clever ist es jedoch, die fallende Aktie nur zu beobachten und dann zu reagieren, wenn sie wieder steigt. Dann ist der Punkt, wo man über die Geldanlage nachdenken sollte.

Eine Investition in fallende Aktien ist keine gute Idee. (#6)

Eine Investition in fallende Aktien ist keine gute Idee. (#6)

Beratung – darauf kann verzichtet werden

Wer bisher den Aktienhandel noch in keiner Weise in Angriff genommen hat, der ist vor allem von Unsicherheit geprägt. Da kann es ja nur sinnvoll sein, sich beraten zu lassen, oder? Der Weg zur Bank und die Inanspruchnahme von einem Berater ist zwar möglich, sollte jedoch gut durchdacht werden. Denn das Problem dabei ist, dass der Bankberater in erster Linie eine Vorgabe hat, die er erfüllen muss. Es ist also durchaus möglich, dass hier nicht die Interessen des Kunden an erster Stelle stehen, sondern die des Angestellten selbst.

Wer also eine Beratung in Anspruch nehmen möchte, der sollte auch bereit dazu sein, viele Fragen zu stellen. Von der Anlage-Strategie über die Gründe, die für eine Aktie sprechen, bis hin zu einer Prüfung vor der Geldanlage gehen die Empfehlungen. In Zeiten des Internets und der Broker-Akademien ist es zudem möglich, sich sein Wissen mit viel Geduld und Energie selbst anzueignen und auf eine Beratung komplett zu verzichten.


Bildnachweis: © Shutterstock-Titelbild Rawpixel.com, -#1 Lightspring, -#2 Andrey_Popov, -#3 ImageFlow, -#4 Feng Yu, -#5 Phongphan, -#6 Gustavo Frazao

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About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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