Investment Banking: Was gehört dazu?

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Bei Investmentbanken handelt es sich um Spezialbanken, deren Hauptgeschäft sich aus der Vermögensverwaltung, dem Investment Banking und dem Wertpapierhandel zusammensetzt.  Investmentbanken helfen Unternehmen, besondere Kapitalmaßnahmen umzusetzen. Was aber steckt wirklich dahinter?

Fünf der größten Namen im Investment Banking verloren damals Boden unter den Füßen und schlossen endgültig ihre Pforten.(#01)

Fünf der größten Namen im Investment Banking verloren damals Boden unter den Füßen und schlossen endgültig ihre Pforten.(#01)

Seit wann gibt es das Investment Banking?

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts begannen Großunternehmen aller Branchen damit, Fusionen einzugehen und neue Gruppierungen zu bilden. Diese neue Art der Zusammenarbeit machte die Anpassung von bestehenden Finanzgesetzen notwendig. Im Jahr 1933 wurde in den USA erstmalig eine Trennung zwischen Investmentbanken und Geschäftsbanken gesetzlich festgelegt, durch den sogenannten Glass-Steagall Act. Die 100 %ige Trennung der Geschäftsfelder ist seit 1999 zwar nicht mehr intakt; dennoch ist das Investment Banking bis heute gesondert reguliert.

Seither hat sich in der Welt des Investment Bankings Einiges getan. Unter anderem hat die US-Finanzkrise aus dem Jahr 2008 die Bankenlandschaft in den USA und damit weltweit grundlegend verändert. Fünf der größten Namen im Investment Banking verloren damals Boden unter den Füßen und schlossen endgültig ihre Pforten. Diese Finanzkatastrophe hat dafür gesorgt, dass die Regulierungen des Investment Bankings strikter wurden und selbst die größten Investmentbanken nicht mehr als unantastbar angesehen werden.

Welche Leistungen deckt das Investment Banking ab?

Der Leistungskatalog der Investmentbanken ist umfangreich. Generell lassen sich die folgenden Geschäftsbereiche benennen:

  • Vermögensverwaltung
  • Wertpapierhandel
  • Umsetzung und Überwachung von Börsengängen oder Unternehmensfusionen

Diese drei Oberbereiche sind in weitere Teildisziplinen unterteilt, innerhalb welcher es unzählige weitere Bereiche gibt, die in der Regel durch spezialisierte Investmentbanker besetzt werden.

  • Corporate FinanceEntscheidet sich ein Unternehmen dazu, den Börsengang zu wagen, gibt es eine Reihe von Bestimmungen zu beachten. Investmentbanken unterstützen Firmen auf dem Weg an die Börse, dies sowohl in einer beratenden, als auch in einer ausführenden Position. Auch die Privatisierung oder der Kauf und Verkauf von Unternehmen wird über die Corporate Finance Abteilung geregelt.
  • Global MarketsBeim Investment Banking richtet sich der Bereich der Global Markets an den Handel mit Investitionsmitteln aller Art. Dazu gehören Anleihen, Rohstoffe, Devisen und Derivate. Der Handel wird sowohl im Eigeninteresse, als auch im Kundenauftrag durchgeführt.
  • Strukturelle FinanzierungDie strukturelle Finanzierung adressiert die Umsetzung von komplexen Finanzierungsprodukten. Diese setzen sich wiederum aus mehreren Teilbereichen zusammen – Versicherungen, Sicherheiten, Kapitalanlagen, Investitionen und vielem mehr. Aufgabe des Investment Bankings ist es hier, eine kosteneffektive Finanzierung umzusetzen.
  • Emerging MarketsDer Bereich der Emerging Marktes befasst sich mit speziellen Finanzprodukten, die für Entwicklungs- und Schwellenländer interessant sind. Diese Leistungen werden sowohl für Kunden aus diesen Regionen optimiert, als auch interessierten Investoren angeboten. So gibt es spezielle Anlagestrategien für den Aktienmarkt, die sich mit den Emerging Markets beschäftigen.
  • Asset Management
    Das Asset Management kann verschiedene Teildisziplinen miteinander kombinieren. (#02)

    Das Asset Management kann verschiedene Teildisziplinen miteinander kombinieren. (#02)

    Eines der wohl bekanntesten und wichtigsten Standbeine des Investment Bankings ist die Vermögensverwaltung. Diese wird in erster Linie für institutionelle Anleger geboten. Das Asset Management kann verschiedene Teildisziplinen miteinander kombinieren. So kann die Vermögensverwaltung den Aktienhandel ebenso umfassen wie die Abwicklung von Unternehmensverkäufen.

Wer nutzt die Leistungen von Investmentbanken?

Die Finanzprodukte aus dem Investment Banking stehen generell Privatpersonen und Unternehmen zur freien Verfügung. Darüber hinaus werden auch Aktiengesellschaften und einzelne Gesellschafter in ihrer jeweiligen Position damit bedient.
Dies bedeutet: Es gibt keine rechtlichen Einschränkungen darüber, wessen Vermögen durch eine Investmentbank verwaltet werden kann. Die Regulierungen für das Investment Banking beziehen sich in erster Linie auf die Möglichkeiten der Abwicklung und Handhabung der angebotenen Finanzprodukte. Vor allem für den Handel mit Aktien und Anleihen für Fonds sind die Bestimmungen sehr präzise.

Hinweis

Anleger müssen sich darüber im Klaren sein, dass die gewählte Investmentbank den staatlichen Regulierungen des Landes unterliegt, in dem sie ihre Geschäfte gemeldet hat. Dies kann unter Umständen die Freiheiten der Investmentbänker einschränken, aber auch ausweiten. Es ist sinnvoll, einen Geschäftspartner zu wählen, dessen Geschäfte auf Märkten gemeldet sind, die für die eigenen Geschäftsinteressen relevant sind.

Investment Banking als Unternehmensberatung

Ein wichtiger Teil des Investment Banking ist die Unternehmensberatung für den Börsengang. Ein Grund für Unternehmen, sich an der Börse notieren zu lassen, ist die Tatsache, dass diese enorme Geldsummen benötigen. Wird der Unternehmenswert in Aktien aufgeteilt und an interessierte Anleger ausgegeben, schwemmt das mit einem Schlag Millionen in die Kassen.

Was aber, wenn die neue Aktie weniger Geld einbringt, als erwartet? Wie lässt sich der Wert einer noch nicht an der Börse notierten Aktie bestimmen? Und wem wird die Aktie am besten angeboten, um einen möglichst guten Börsengang umsetzen zu können? Genau hier kommen die Berater des Investment Banking ins Spiel. Sie helfen den Firmen nicht nur dabei, die rechtlichen Grundlagen des Börsengangs korrekt umzusetzen, sondern nehmen auch den bestehenden Markt genau unter die Lupe. So werden eine Reihe von wichtigen Entscheidungen mithilfe der Investmentbanker getroffen:

  • Wann ist der passende Zeitpunkt für den Börsengang?
  • Sollen alle Unternehmensbereiche an die Börse gehen?
  • Welche Anteilsaufteilung ist sinnvoll?

Aber nicht nur für einen Börsengang wird die professionelle Beratung im Investment Banking benötigt. Auch für den Kauf und Verkauf von Unternehmen sind die Geschäftskontakte der Banken relevant. Hat sich ein Unternehmen zum Beispiel dazu entschieden, einen Geschäftszweig abzulegen, machen sich die Banker auf die Suche nach einem passenden Käufer. Dieser wiederum verlässt sich auf die Hilfe der Investmentbank, ein Unternehmen aufzukaufen, das seinen eigenen Interessen dient.

In Deutschland gibt es eine strenge Aufsichtsbehörde, die Finanzdeals aller Größen überwacht. (#03

In Deutschland gibt es eine strenge Aufsichtsbehörde, die Finanzdeals aller Größen überwacht. (#03

Wie stark ist das Investment Banking reguliert?

Das Investment Banking und die dazugehörigen Banker haben weltweit keinen guten Ruf. Ihnen wird nicht selten nachgesagt, rücksichtslose Finanzentscheidungen zu treffen, die immer auf den eigenen Vorteil ausgelegt sind. Denn im Investment Banking ist es gang und gäbe, dass die Mitarbeiter nach der Erfolgsquote bezahlt werden. Wird also der Verkauf eines Unternehmens abgewickelt, erhält der Investment Banker mehr Geld bei einer höheren Verkaufssumme. Das Resultat: Ein Unternehmen tätigt einen Kauf über Wert, ohne sich dessen bewusst zu sein.

Abhängig vom Finanzmarkt, kommen daher detaillierte Regulierungen zum Tragen. In Deutschland gibt es eine strenge Aufsichtsbehörde, die Finanzdeals aller Größen überwacht. Allerdings sind nicht in jedem Land die Regulierungen für das Investment Banking gut aufgestellt.

 

Der Beruf des Investmentbankers wird weltweit als ein echter Traumjob angesehen. (#04)

Der Beruf des Investmentbankers wird weltweit als ein echter Traumjob angesehen. (#04)

Als Investmentbanker arbeiten

Der Beruf des Investmentbankers wird weltweit als ein echter Traumjob angesehen. Das umfassende Aufgabenfeld bietet dabei eine Vielzahl von Möglichkeiten, ein Arbeitsfeld zu entdecken, in dem man sich voll und ganz entfalten kann. Ob als Analyst, Broker oder Anlageberater – wer sich hier behaupten kann, macht garantiert das große Geld.

Allerdings kommt der dicke Gehaltsscheck nicht von ungefähr. Neben langen Arbeitstagen und einer mental belastenden Arbeitsumgebung, ist bereits der Weg in die gewünschte Postion kein einfaches Unterfangen. Investmentbanken arbeiten mit den Besten der Besten aus diversen Finanzbereichen. Ein erstklassig abgeschlossenes Studium sowie relevante Praktika, Auslandserfahrungen und exzellente Fremdsprachenkenntnisse sind oft die Mindestvoraussetzung, um zu einem Vorstellungsgespräch geladen zu werden.

Tipp

Wer in der Welt des Investment Banking Fuß fassen möchte, der sollte bereits frühzeitig damit beginnen, den Weg zu ebnen. So ist es unter anderem relevant, für welche Hochschule man sich entscheidet. Unabhängig vom Studienfach, sollte die Universität im nationalen und internationalen Vergleich für die Fakultät mit Bestleistungen überzeugen.


Bildnachweis:© Shutterstock – Titelbild:Anton Violin – #01:Norman Chan – #02:donskarpo – #03:ASDF_MEDIA –  #04:fizkes

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About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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