Investment in Fonds

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Warum ist das Investment in Fonds so modern geworden? Was bietet es, wo liegen die Risiken? Auf die folgenden Punkte ist bei der Investition zu achten.

Investment in Fonds: Kurzer Überblick über die Anlageform

Wer sich für das Investment in Fonds interessiert, sollte sich verschiedene Investmentgesellschaften näher ansehen. Sie sammeln das Geld ein und agieren damit praktisch als Vermittler zwischen Sparer und Fonds. Solche können aus Aktien, Anleihen oder Immobilien bestehen. Anleger profitieren vor allem von den verteilten Verlustrisiken und können bereits kleine Summen für den Vermögensaufbau einsetzen. Unterschieden werden aktive und passive Fonds, auch ETFs sind erhältlich.

Eine Beratung bei Fondsmanagern ist für Laien schon allein aufgrund der unterschiedlichen Verlustrisiken der Fondsarten unbedingt nötig! Offene Fonds ermöglichen es dem Anleger, rasch wieder an sein Geld zu kommen, indem die eigenen Anteile verkauft werden. Ein geschlossener Investmentfonds hingegen gehört mehreren Mitunternehmern und gibt das Geld normalerweise nicht kurzfristig an Einzelinvestoren frei. „Finanztip“ weiß: Geschlossene Investmentfonds sollten aus diesem Grund besser gemieden werden!

Investment in Fonds: Gibt es Unterschiede?

Die meisten Laien stehen der Sache ziemlich ratlos gegenüber, wenn ihnen ein Investment in Fonds empfohlen wird. Schon allein die Begrifflichkeiten sind undurchsichtig: Was ist ein Ausgabeaufschlag? Welches sind Top-Fonds und was sind eigentlich Anleihen?

Gleichzeitig wächst die Zahl derer, die auf Investmentfonds vertrauen: Bis Mitte 2018 hatten deutsche Anleger rund 1000 Mrd. Euro für Investmentfonds angelegt, was der größte Betrag seit Beginn dieser Anlageform war. Doch bei der Auswahl darf es nicht nur darum gehen, welches die besten Investmentfonds sind, sondern auch um die individuell passende Form.

In jedem Fall sind Investmentfonds die richtige Wahl, wenn jemand langfristig Vermögen aufbauen möchte. Damit eignen sie sich ebenso wie Immobilien hervorragend zur Altersvorsorge. Außerdem fängt die lange Laufzeit einige Risiken ab, denn sollte es zwischendurch zu einem Wertverlust kommen, wird dieser meist rasch wieder ausgeglichen, weil die Wertanlagen steigen.

Tipp: Das für Investmentfonds investierte Vermögen sollte für die nächsten 15 bis 20 Jahre nicht benötigt werden! Es handelt sich um eine langfristige Anlageform, mit der sich aufgrund dieser Tatsache eine gute Rendite erzielen lässt.

Video: Rentenfonds verkaufen?: Vorsicht vor der Zinsfalle

Für das Investment in Fonds eignen sich diese Kategorien, die bei jedem Ratgeber erwähnt werden:

  • Aktienfonds
    Mit ihrer Hilfe wird das Kapital der Sparer für Unternehmensanteile angelegt, wobei sich einige dieser Investmentfonds auf verschiedene Länder oder Bereiche konzentrieren. Außerdem gibt es spezielle Anlagestrategien: Es werden teilweise nur Aktien von sehr erfolgversprechenden Unternehmen aufgekauft oder von Firmen, die einen sehr geringen Wert an der Börse haben.
  • Rentenfonds
    Rentenfonds sind seit einiger Zeit bei den Fondsmanagern sehr beliebt: Bei ihnen wird das Geld der Sparer für Anleihen investiert, das heißt, dass der Investor (der Anleger) sein Geld an verschuldete Unternehmen und Staaten verleiht. Dafür bekommt er eine Zinszahlung, die als Rente bezeichnet wird. Rentenfonds sind sehr sicher, allerdings dank dauerhaft niedriger Zinsen eher uninteressant und wenig lukrativ.
  • Geldmarktfonds
    Hierbei wird in kurze Anleihen investiert, damit das Geld möglichst jederzeit verfügbar ist. Die Renditeaussichten sind dabei allerdings gering. Privatanleger haben kaum etwas von diesen Investmentfonds, sie sind eher für Versicherer und Unternehmen geeignet, die bei sich bietender Gelegenheit kurzfristig investieren wollen.

Video: Dachfonds: „Aktiv handeln mit passiven Instrumenten“

  • Mischfonds
    Bei Mischfonds wird sowohl in Aktien als auch Anleihen investiert, die Gewichtung ist festgelegt oder wird individuell angepasst. Fondsmanager sind für die Steuerung des Risikos zuständig. Die Erträge sind allerdings gering.
  • Dachfonds
    Es werden keine einzelnen Wertpapiere gekauft, sondern Fondsmanager investieren direkt in Investmentfonds, was zu einer überdurchschnittlichen Rendite führen soll. Die Kosten sind hier meist sehr hoch, Anleger bezahlen somit hohe Gebühren, die der eventuell zu erzielenden hohen Rendite gegengerechnet werden müssen.
  • Immobilienfonds
    Bei diesen wird zwischen offenen und geschlossenen Immobilienfonds unterschieden. Erstere sind für Anleger interessant, die selbst keine Immobilie kaufen wollen und dennoch von einer Renditen profitieren möchten. Diese ist allerdings bescheiden und wurde zuletzt mit rund drei Prozent angegeben. Geschlossene Immobilienfonds hingegen sind sehr spekulativ und beteiligen die Fondsanleger sowohl an den Gewinnen als auch den Verlusten. Es wird für ein oder zwei Projekte investiert, die Anzahl der Anteile ist begrenzt. Die Anteile müssen bis zum Ende der Laufzeit gehalten werden, ein vorzeitiger Verkauf ist nicht möglich. Davon wird bei jedem Ratgeber abgeraten!
  • Alternative Investmentfonds
    Für das Fondsinvestment kommen auch die alternativen Investmentfonds infrage, die früher als geschlossenen Fonds bekannt waren. Hierbei wird in Sachwerte investiert. Ein Beispiel sind Unternehmensbeteiligungen, die als Private-Equity-Fonds bezeichnet werden.

Video: Der Geldmarktfonds

Das Investment wird auch auf andere Art unterschieden: Publikumsfonds sind für alle Privatanleger offen, Spezialfonds hingegen nur für Pensionskassen oder andere Großanleger. Bei beiden Arten lassen sich verschiedene Schwerpunkte festlegen.

Wichtig: Nicht nur offene und geschlossene Investmentfonds werden unterschieden, auch aktive und passive Anlagestrategien müssen berücksichtigt werden. Bei der aktiven Investmentart werden die Wertpapiere durch den Fondsmanager einzeln ausgewählt, bei der passiven Variante hingegen wird nur ein Index verschiedener Aktien von Unternehmen abgebildet.

Vor allem die passiven Investmentfonds, die als ETFs gehandelt werden, sind für Privatanleger zu empfehlen. Sie sind dank des überschaubaren Risikos auch für unerfahrene Sparer geeignet, denn Verluste werden durch die Dauer der Anlagezeit durch die Rendite wieder ausgeglichen.

Video: Indexfonds: Sind ETFs tatsächlich die besseren Fonds?

Worauf kommt es beim Fondsinvestment an?

Das Investment mag zwar einfach sein, wenn es über den Fondsmanager geführt wird. Dennoch sollte jeder Sparer wissen, was auf ihn zukommt und die Hintergründe dieser Sparanlage kennen.

Die folgenden Kriterien sind wichtig bei der Auswahl des passenden Investmentfonds:

  • Gebühren
    Gebühren verringern die Rendite und sollten daher so niedrig wie möglich ausfallen. Fonds sollten keine hohen Kaufkosten aufweisen. Auch der Ausgabeaufschlag verringert die anfängliche Rendite. Sogar mehrere Prozent weniger sind hierbei möglich!
  • Risikostreuung
    Das Fondsinvestment ist am sichersten, wenn das Verlustrisiko möglichst groß verteilt wird. Ein global ausgerichteter Investmentfonds mit einigen Hundert Wertpapieren ist eine gute Wahl.
  • Langfristigkeit
    Das Investment in Fonds ist keine kurzfristige Angelegenheit. Um Erfolge einzufahren, braucht es einen langen Atem. 15 Jahre Anlagedauer gelten als Minimum!

Auch Laien sollten wissen, worum es geht. Daher weiß das Fachportal „Finanztip“: Anlagen sollten möglichst einfach gehalten werden. Jeder Sparer investiert am besten nur für die Investmentfonds, die er kennt und versteht bzw. bei denen die Strategie bekannt ist. Dafür braucht es nicht einmal einen Berater, denn auch ein Online-Depot kann gewinnbringend geführt werden.

Auf den Schutz achten: Einlagen gelten bei Investmentfonds als Sondervermögen, die Anlagegesellschaften sind verpflichtet, die Kundengelder getrennt von Unternehmensgeldern aufzubewahren. Damit sind die Sparbeträge geschützt, wenn die Fondsgesellschaft in den Konkurs gehen muss. Das Risiko für einen Kursverlust liegt aber immer beim Sparer selbst.

Investment in Fonds: Welche Investmentfonds sind empfehlenswert?

Es stellt sich die Frage, welche Fonds für das Investment überhaupt infrage kommen. Um diese Frage zu beantworten, hat die Ratingagentur Scope über 4.500 Fonds und Assetmanager genauer angesehen und mit einem Preis ausgezeichnet.

Die Top-Fonds sind demnach für 2019:

  • Fidelity Funds (in Kategorie Aktien Deutschland und Aktien Europa)
  • AB SICAV I (in Kategorie Aktien Nordamerika)
  • Morgan Stanley Global Opportunity Fund (in Kategorie Aktien Welt)
  • DWS Invest Global Emerging Markets Equities (in Kategorie Aktien Emerging Markets)
  • Nordea 1 – European High Yield Bond Fund (in Kategorie Renten EURO Corp. High Yield)
  • ACATIS – GANE VALUE EVENT FONDS (in Kategorie Mischfonds Global flexible)

Dies ist eine Auswahl der Sieger, die aus dem Vergleich der Investmentfonds hervorgingen und die in jedem Fall auch für Privatanleger zu empfehlen sind.

Chancen und Risiken beim Investment in Fonds

Viele Sparer gehen davon aus, dass sie ihr Geld in Fonds investieren und dass sich dieses Investment binnen kürzester Zeit auszahlt. Doch neben dem Irrglauben, dass die Rendite besonders schnell fließen müsse, ist es auch falsch anzunehmen, dass mit der Geldanlage keinerlei Risiko verbunden sei. Natürlich bietet das Investment große Vorteile wie die Risikosenkung und eine hohe Transparenz.

Gleichwohl kann keine verlässliche Aussage zu möglichen Renditen getroffen werden, denn die Kurse der Wertpapiere schwanken. Dennoch kann bei verschiedenen Fondsgruppen von einer Rendite von ca. 4,7 Prozent bei einer Anlagedauer von zehn Jahren ausgegangen werden. Ein Wert, mit dem Tagesgeld- oder Festgeldkonten längst nicht mehr mithalten können!

Die Chancen und Risiken halten sich allerdings die Waage, denn auch Verluste können auftreten. Fällt der Kurs einer Aktie, verringert sich der Ertrag des Investmentfonds. Unternehmensspezifische Risiken spielen dabei ebenso mit hinein wie gesamtwirtschaftliche Aspekte. Nicht zuletzt ist es wichtig, wann jemand sein Investment in Fonds investiert – das Timing ist auch bei dieser Anlageform ganz entscheidend.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Roman Samborskyi_ -#01: Amnaj Khetsamtip

About Author

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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