Investmentfonds Management: Professionelles Management oder selbst verwalten?

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Das Investmentfonds Management verwaltet das Vermögen, welches in Fonds angelegt wurde und bestenfalls Gewinne einfährt. Der Manager sorgt dabei unter anderem für die richtige Risikostreuung.

Investmentfonds Management: Betreuter Vermögensaufbau

Um den Erfolg des Investments zu garantieren, wird in den meisten Fällen ein Investmentfonds Management beauftragt. Dabei wird vergessen, dass gewisse Risiken der Geldanlage immer noch vorliegen und es keine wirkliche Garantie auf den Gewinn gibt. Der Manager trifft Anlageentscheidungen innerhalb der vereinbarten Anlagebedingungen sowie gesetzlichen Grundlagen.

Er verwaltet das Investmentsondervermögen oder die Investmentfonds und soll das investierte Geld möglichst sicher und gewinnbringend anlegen. Dabei müssen Chancen und Risiken betrachtet werden, die Risikostreuung ist von essenzieller Bedeutung.

Das Investmentfonds Management gilt als professionelle Vermögensverwaltung, dank der das Vermögen oder Renten anwachsen sollen. Das Geld wird in den Geldmarkt, in Aktien, Immobilien, Misch- oder Dachfonds investiert und dort verwaltet. Die Erfolge des Investmentfonds Managements werden über eine Benchmark gemessen. Dabei stellt sich die Frage, wie Entscheidungen für oder gegen ein Investment getroffen werden.

Die Antwort: Der Fondsmanager wertet die Zahlen mithilfe bestimmter Computerprogramme aus, was gerade beim Fondsmanagement mit Erfolg versprechenden Investments und mehreren Milliarden Euro Anlagevermögen eine komplexe Angelegenheit ist. Der Manager arbeitet dafür mit einem Expertenteam zusammen, welches mikro- und makroökonomische Zahlen auswertet. Gleichzeitig werden Modelle erarbeitet, mit denen sich Kursverläufe prognostizieren lassen sollen.

Das eingebrachte Finanzwissen soll dann in Verbindung mit einem ausgefeilten Fondsmanagement dafür sorgen, dass die Anleger die gewünschten Gewinne einfahren.

Investmentfonds Management: Eine Frage der Haftung

Gerade Privatanleger, die mit dem Investment ihres Geldes in Fonds einen Vermögensaufbau betreiben oder Renten erhöhen wollen, fragen sich in der Regel, wie es um die Haftung bestellt ist.

Dabei gilt in Deutschland folgende Regelung:

  • Haftungsregelungen finden sich im BGB in den § 611 ff. und 675, außerdem in den Vorschriften der §§ 325 und 326 des BGB
  • für den Schaden, der aus einer Pflichtverletzung resultiert, haftet der Verursacher
  • kein Fondsmanager haftet allein für einen Misserfolg
  • bei Verschulden gibt es keine Haftungserleichterung für den Fondsmanager
  • Finanzwissen des Fondsmanagers darf nicht subjektiv beurteilt werden
  • Unkenntnis über Pflichten entlastet nicht von der Haftung
  • Privatanleger können vom Fondsmanagement ein gesetzmäßiges Handeln erwarten
  • die Depotbank muss Schadenersatzansprüche im Namen des Anlegers geltend machen

Demnach ist es nicht möglich, das Investmentfonds Management einer Haftung unterziehen zu wollen, wenn ein Fonds negative Ergebnisse einfährt. Vielmehr muss dem Manager ein Vorsatz oder Fahrlässigkeit nachgewiesen werden, ehe dieser haften muss. Beim Bearbeiten der einzelnen Verwaltungsaufträge muss der Manager daher eine genügende Sorgfalt walten lassen und außerdem das für diese Tätigkeit vorauszusetzende Fachwissen mitbringen.

Video: Hinter den Kulissen: So arbeiten Fondsmanager

Investmentfonds Management: Allein verwalten oder mit Manager?

Jeder Anleger hat den Anspruch, mit seinem Investment ein gutes Ergebnis einzufahren, das sich bestenfalls in einem Gewinn zeigt. Vor allem langfristig gesehen werden meist gute Renditen versprochen, auch wenn sich die Langfristigkeit hier auf einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren bezieht. Derartige Zeiträume lassen sich kaum überblicken und schon ein kurzzeitiger Kursabfall sorgt bei den meisten Anlegern dafür, dass sich der Puls beschleunigt und das Investment infrage gestellt wird.

Dennoch gilt: Wer langfristig gute Ergebnisse haben möchte, kommt um ein gutes Fondsmanagement nicht herum. Wer dann noch kein ausreichendes Fachwissen mitbringt, braucht einen guten Manager an der Seite, der den Vermögensaufbau in die Hand nimmt. Kaum jemand ohne nötiges Hintergrundwissen kann Kursverläufe wirklich analysieren und den besten Zeitpunkt für eine Investition voraussagen. Dabei ist die Frage, wann sich ein Fondsmanager lohnt, auch davon abhängig, wie viel Geld investiert wird.

Wer nur mit kleinen Beträgen jongliert, braucht sicherlich kein umfassendes Management an der Seite, denn die Verluste lassen sich in der Regel verschmerzen. Sie mögen ärgerlich, aber nicht existenzbedrohend sein. Anders ist es bei großen Werten, die für den Vermögensaufbau investiert werden oder bei Anlagen, die der Rente zugutekommen sollen. Wer sich hier auf die Gewinne verlässt und nach einem gewissen Zeitraum möglichst sicher einen Gewinn einfahren möchte, braucht ein gutes Fondsmanagement.

Es gibt nicht den einen Fondsmanager bzw. einen Stil, nach dem sich das Investmentfonds Management stets richtet.

Es gibt nicht den einen Fondsmanager bzw. einen Stil, nach dem sich das Investmentfonds Management stets richtet.(#01)

Verschiedene Stile beim Investmentfonds Management

Es gibt nicht den einen Fondsmanager bzw. einen Stil, nach dem sich das Investmentfonds Management stets richtet. Die Manager bearbeiten ihre Aufträge anders und wählen andere Strategien, wobei persönliche Erfahrungen ebenso ausschlaggebend sind wie das erworbene Finanzwissen.

Die wichtigsten Investmentstile der Manager sind dabei:

  • Value
    Hierbei sucht das Investmentfonds Management nach unterbewerteten Aktien, die ein geringes Kurs-Gewinn-Verhältnis versprechen. Wird ein Value-Titel ausgesprochen, gehört dieser zu den Marktführern innerhalb der eigenen Branche.
  • Growth
    Der Fondsmanager sucht nach Firmen, bei denen sich hohe Wachstumsraten nachweisen lassen. Diese Firmen sind meist im Technologiebereich tätig, daher sind Growth-Fonds auch meist sehr technologielastig ausgelegt.
  • Top Down
    Dieser Ansatz des Investmentfonds Managements ist volkswirtschaftlich betont und sieht eine Aufteilung des investierten Vermögens nach Regionen, Branchen und Gattungen vor. Einzeltitel werden erst nach der Aufteilung in Länder und Branchen ausgesucht. Die Einzeltitel-Auswahl ist daher weniger wichtig als die Asset Allocation.
  • Bottom Up
    Hierbei ist es genau umgekehrt und der Einzeltitel bekommt die höhere Gewichtung. Der Fondsmanager sucht die Aktien danach aus, ob sie vielversprechend sind und ordnet sie danach erst einer bestimmten Branche zu. Damit ist die Auswahl der Einzeltitel wichtiger als die Aufteilung nach Ländern und Branchen.
  • Indexorientiertes Management
    Dieses wird auch als passives Investmentfonds Management bezeichnet, denn der Index gibt die Anlage vor. Es werden nicht aktiv Titel ausgewählt! Die passiv gemanagten Fonds bieten in der Regel eine geringere Gebühr für das Management, denn es beschäftigen sich zum Beispiel keine Analysten mit den Charts. Indexfonds sind für alle Privatanleger geeignet, die der Meinung sind, dass auch durch aktives Management keine höheren Gewinne erzielt werden könnten. ETFs werden in der Regel als passive Fonds gehandelt und werden ohne Ausgabeaufschlag ausgegeben.
  • Aktiv gemanagte Fonds
    Hierbei ist das Gegenteil des vorherig Gesagten der Fall und es kommt nicht auf die Zusammensetzung des Index an. Die Struktur des Fonds kann vom Index abweichen, das Ergebnis kann ober- oder unterhalb des Indexes liegen („Overperformance“ und „Underperformance“). Die Erfahrung des Fondsmanagers spielt hier die entscheidende Rolle für einen Erfolg oder Misserfolg.
  • Turn Around
    Der Manager konzentriert sich auf in jüngster Zeit stark gefallene Werte, bei denen sich der Kurs voraussichtlich bald erholen wird.
  • Momentum
    Dieser Managementansatz seiht vor, dass sich ein Trend fortsetzt. Es wird praktisch auf einen Titel gesetzt, dessen Kurs gut ist und daran geglaubt, dass der Aufwärtstrend anhalten wird.

Video: 10 Jahre – 10 Fragen an Fondsmanager Dr. Bert Flossbach

Erfolgreiches Investmentfonds Management?

Auch wenn es die meisten Investmentfondsmanager versuchen: Sie schaffen es in der Regel nicht, die Börse und damit den Markt zu schlagen. Besonders die Branche der aktiv gemanagten Fonds wurde in den vergangenen Jahren immer wieder stark gebeutelt und so kamen Studien zu dem Ergebnis, dass mindestens 86 Prozent der Fondsmanager ihr Ziel regelmäßig verfehlen würden.

Der Grund: Die meisten Fondsmanager sind viel zu teuer, als dass sich eine Beauftragung für den Anleger wirklich rechnen würde, denn die Kosten für das Management müssen von den Erträgen der Fonds wieder abgezogen werden.

Die europäische Finanzaufsicht ESMA hatte in der Vergangenheit bereits überdeutlich darauf hingewiesen, dass viele Fondsmanager noch nicht einmal versuchen würden, besser als der Markt zu sein und dass sie ihre gesetzten Benchmarks in keinem Jahr erreichen würden. Sie kassierten hohe Gebühren, ohne dem Kunden etwas dafür zu bieten. Von solchen Aussagen profitieren natürlich die passiven Fonds, die von den Managern gar nicht berücksichtigt werden.

Durch diese Konstellation entwickeln sich passive Fonds beständig weiter und bekommen immer neuen Rückenwind. S & P Dow Jones Indices untersuchte aktive Fonds und kam zu dem Schluss, dass rund 86 Prozent der aktiven Fonds über einen Zeitraum von zehn Jahren ihr Ziel verfehlten. Immerhin wurden dafür rund 25.000 Fonds untersucht. Bei einem kürzeren Betrachtungszeitraum lag die Fehlschlagquote immer noch bei über 80 Prozent. Gerade in den Niederlanden sähe es diesbezüglich schlecht aus, hier läge die Quote sogar bei 100 Prozent.

Die Schweiz und Dänemark kommen immer noch auf 95 bzw. 88 Prozent. Auch wenn es heißt, dass das aktive Management der Investmentfonds nicht wirklich tot sei, so lassen diese Zahlen nicht den Schluss darüber zu, dass es sich anders verhalten würde. Kein Wunder, dass passive Fonds immer mehr Rückenwind bekommen und sich die Anleger eher dazu entschließen würden, ihr Geld derartig zu investieren. Dass das passive Management mit geringeren Gebühren auskommt, dürfte noch einmal zum Vorteil dieser Anlageform gereichen.


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About Author

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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