SAP Datendiebstahl: Mit Diebstahl zum Erfolg?

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Scheinbar hat der SAP Datendiebstahl eine lange Tradition, wie die Zeitschriften „Fakt“ und „Spiegel“ in ihren Recherchen entdeckt haben. Entwicklungen der Konkurrenz wurden offenbar von 1997 bis 2008 benutzt.

SAP Datendiebstahl: Mit Betrug bis ganz nach oben?

Wasa macht ein Unternehmen erfolgreich? Ist es eine innovative Idee, harte Arbeit oder ein Team, auf das jederzeit Verlass ist? Oder kann es auch ganz einfach durch den Diebstahl geistigen Eigentums ganz nach oben kommen? Letzteres scheint nach den Recherchen zweier Zeitschriften ebenso möglich zu sein.

Der SAP Datendiebstahl ist daher in aller Munde und scheint sich von 1997 bis 2008 hingezogen zu haben. Dabei zeigen interne Dokumente des Unternehmens, dass hier sogar die Beteiligung verschiedener Universitäten zugrunde liegen soll. Es sieht so aus, als hätte sich SAP nicht mit den eingangs erwähnten Möglichkeiten an die Spitze gehievt, sondern es steht der Verdacht, geistiges Eigentum gestohlen zu haben.

Die Herkunft der Daten

Die untersuchten Vorgänge reichen bis in die 1990er Jahre, ihre Offenlegung wurde von SAP selbst in Auftrag gegeben. Nachzulesen sind sie in einem Gutachten, dass die Kanzlei „Linklaters“ aus London im Jahr 2010 angefertigt hat.

Damals ging es um einen Rechtsstreit mit der Firma Oracle, ihres Zeichens nach größter Rivale von SAP. Oracle hatte SAP im Jahr 2007 verklagt, weil der Verdacht stand, dass das Unternehmen aufgrund der Übernahme von TomorrowNow (Softwaredienstleister) an Daten gelangt sei, die aber wiederum Oracle zustanden. Sie waren auf den Oracle-Servern gespeichert und angeblich urheberrechtlich geschützt. Das Verfahren wurde mit einem Vergleich abgeschlossen, bei dem SAP einen Schadenersatz in Höhe von 357 Millionen US-Dollar an Oracle zu zahlen hatte.

Mithilfe des Gutachtens sollte geklärt werden, ob eventuelle Haftungsansprüche gegen Gerhard Oswald bestehen würden.Oswald war für die Übernahme des Softwaredienstleisters zuständig und im Vorstand von SAP. Er wusste angeblich zusammen mit einigen seiner Mitarbeiter von den Verletzungen des Urheberrechts, wie aus dem Dokument von Linklaters hervorgeht.

Der gesamte Vorstand und auch CEO Henning Kagermann soll mit der Vorgehensweise einverstanden gewesen sein. Konsequenzen gab es für die Beteiligten nicht, Oswald bekam sogar eine Beförderung zugesprochen. Die Juristen der Wirtschaftskanzlei Linklaters hatten jedoch empfohlen, sich möglichst „leise“ von Oswald zu trennen. Oswald aber blieb bis 2016 im Vorstand und ist seit 2019 sogar Mitglied des Aufsichtsrates.

Weitere dubiose Machenschaften

Der SAP Datendiebstahl zieht noch größere Kreise: Ab 1997 gab es angeblich eine Partnerschaft mit der Universität Mannheim, wie aus dem Gutachten hervorgeht. Offiziell sollte ein unabhängiges Institut eine Konkurrenzsoftware untersuchen, inoffiziell ging es um das Ausspionieren der Konkurrenz durch Mitarbeiter von SAP.

SAP ging dann bis zum Bundesverfassungsgericht, wie „Spiegel“ und „Fakt“ herausfanden, weil das vorliegende Gutachten nicht als Beweis wegen Urheberrechtsverletzungen zugelassen werden sollte. Bei einer Untersuchung war den ermittelnden Beamten das Gutachten in die Hände gefallen. Die Verfassungsbeschwerde wurde aber nicht angenommen, Ende 2017 wurde das Strafverfahren gegen SAP eingestellt. Das Unternehmen musste 250.000 Euro an den Staat zahlen.

Über SAP

Jedes Unternehmen kann ein intelligentes Unternehmen sein, so das Credo von SAP. Der Marktführer in Sachen Software für Unternehmen unterstützt Firmen aller Größen und Branchen dabei, die Unternehmensziele zu erreichen. Es werden Technologien bereitgestellt, mit denen die Themen maschinelles Lernen, Internet of Things und Analyse von Geschäftsdaten umsetzbar sind. Mit SAP sind die anwendenden Unternehmen angeblich immer einen Schritt voraus und können in allen Branchen profitabel tätig sein. Dabei setzt SAP auf ein globales Netzwerk.

Weitere Informationen sind über den Pressekontakt für Deutschland erhältlich:

SAP Deutschland SE & Co. KG
Dana Roesiger
Hasso-Plattner-Ring 7
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Tel.: +49 6227 763900
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