Lucid Air Kältetest: Elektrobolide bei Minusgraden

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Als Lucid Motors sich darauf vorbereitete, in den kommenden Monaten mit der Auslieferung der vollelektrischen Lucid Air an seine Kunden zu beginnen, wurde ein Video veröffentlicht, in dem einige der Kältetests mit dem Lucid Air gezeigt werden, die das Auto durchlaufen hat.

Kältetest bei -40°: Der Lucid Air musste zeigen, was er kann

Dieses Video zeigt das Auto, das in einer Klimakammer bei -40 Grad Celsius (-104 Grad Fahrenheit) getestet wird. Zusätzlich zu diesen kalten Bedingungen wurde das gesamte Äußere mit Wasser besprüht, das bald über das Auto gefror und den Test noch anspruchsvoller machte.

Extremer Belastungstest für die Fahrzeugsysteme vor Auslieferung

Wie Lucid erklärt, arbeitet ein Auto bei Minusgraden völlig anders. Beispielsweise ändert sich die Viskosität von Flüssigkeiten und die Fähigkeit des Akkus, Strom bereitzustellen und Strom anzunehmen, wird geändert. Der Elektroautohersteller testet auch, wie schnell er die Fahrzeugkabine des Lucid Air aufwärmen kann, und stellt sicher, dass alle elektronischen Systeme bei diesen niedrigen Temperaturen funktionieren.

34.000 Lucid Air aus Casa Grande

Das Elektro-Startup Lucid hatte geplant, im zweiten Quartal des Jahres mit der Auslieferung des Flaggschiffs Air Dream Edition zu beginnen. Dieser Termin wurde jedoch seitdem auf die zweite Jahreshälfte verschoben. Die Preise für diese Variante beginnen bei coolen 169.000 US-Dollar vor der Steuergutschrift für Elektrofahrzeuge in Höhe von 7.500 US-Dollar.

Die Lucid Air wird in der AMP-1 (Advanced Manufacturing Plant) des Unternehmens in Casa Grande im Bundesstaat Arizona gebaut. Die erste Serie an diesem Standort wurde im November 2020 abgeschlossen. Lucid spricht davon, an diesem Standort jährlich rund 34.000 Fahrzeuge zu bauen.

Anfang dieses Jahres ging Lucid durch eine Fusion mit der Zweckgesellschaft Churchill Capital IV an die Börse.

Video: der Lucid Air im Kältetest

Hier ist das Video, welches den Lucid Air bei widrigen Wetterbedingungen zeigt. Die Belastung der Fahrzeugkomponenten ist enorm, doch der Test schafft Vertrauen bei den künftigen KUnden. Auch wenn man sicher niemals das Auto bei -40° Celsius besteigen wird, ist es gut zu wissen, dass man es könnte.

Bei einem Fahrzeug, das einen stolzen Preis von 169.000 US-Dollar aufruft, darf man ein wenig Zuverlässigkeit schon erwarten. Bei seinem schärfsten Konkurrenten, dem Tesla wissen Verbraucher, dass dessen Verarbeitungsqualität oft zu wünschen übrig lässt. So sind auf YOuTube Videos zu sehen, welche die ungenaue Verarbeitung der Karosserieteile zeigen. Wenn die Bleche des Autos ungenau zusammengefügt sind, dann fehlt dem Fahrzeug die Qualität, die man bei dem Kaufpreis einfach voraussetzen können muss.

Viele Konstrukteure des Lucid Air waren früher bei Tesla tätig. Offenbar haben diese für sich entdeckt, dass sie als Ergebnis ihrer arbeit lieber ein qualitativ hochwertiges Produkt sehen möchten – eben den Lucid Air. Man darf darauf gespannt sein, wie der Markt in den Vereinigten Staaten und in Europa und asien den Lucid Air aufnehmen wird. Der Kältestet des Lucid Air weckt jedenfalls die Hoffnung, dass das Fahrzeug zuverlässiger gefertigt werden wird als die Fahrzeuge beim Konkurrenten Tesla.

Auch bei den Leistungsdaten soll der Lucid Air dem Konkurrenten weit voraus sein. Ausaagen von Lucid zufolge hat der Lucid Air eine Reichweite von 832 Kilometern. Das Model S von Tesla schafft der EPA zufolge maximal 402 Kilometer. Das wäre mehr als das Doppelte.

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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